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UK-Parlament befragte Major-Bosse zum Streaming

In Großbritannien erlebte die Diskussion um die Verteilung der Streamingerlöse am 19. Januar einen Höhepunkt: Der Ausschuss für Digitales, Kultur und Medien befragte die CEOs von Universal Music, Sony Music und Warner Music sowie der Verwertungsgesellschaften PRS und PPL zum Thema der "Economics of Music Streaming".

20.01.2021 12:18 • von
Illustre Runde: ein britischer Parlamentsausschuss befragte die CEOs von PRS und PPL sowie von Universal, Sony und Warner Music zur Verteilung der Gelder aus dem Streaming (Bild: parliamentlive.tv, Screenshot)

In Großbritannien erlebte die Diskussion um die Verteilung der Streamingerlöse am 19. Januar 2021 einen Höhepunkt: Der Ausschuss für Digitales, Kultur, Medien und Sport (DCMS) befragte die CEOs von Universal Music, Sony Music und Warner Music sowie der Verwertungsgesellschaften PRS und PPL zum Thema der "Economics of Music Streaming". An der digitalen Anhörung nahmen Peter Leathem (PPL) und Andrea Martin (PRS) teil, sowie Tony Harlow (Warner Music), Jason Iley (Sony Music) und David Joseph (Universal Music).

Die rund zweistündige Veranstaltung, die über das britische Parlamentsfernsehen hier auch weiterhin abgerufen werden kann, fand in englischsprachigen Medien breiten Widerhall, wohl auch, weil einige Parlamentarier den Plattenfirmenbossen Paroli boten: So streicht der britische "Guardian" exemplarisch heraus, dass der Abgeordnete John Nicolson von der Scottish National Party (SNP) die Schilderung von Universal-Music-Spitzenmanager David Joseph, laut der viele Künstler mit den Investitionen in ihre Arbeit und Vorschüssen glücklich seien, brüsk zurückgewiesen habe: Wenn er das wirklich glaube, lebe er wohl in einem Wolkenkuckucksheim, sagte Nicolson laut "Guardian". Auch "MusicWeek", "MusicAlly" und "Billboard" beschäftigen sich ausführlich mit dem Thema, "Music Business Worldwide" macht derweil ein Meinungsstück daraus.

In einer ersten Runde hatte sich der britische DCMS-Ausschuss am 24. November 2020 mit der Sicht der Kreativschaffenden auf die Entwicklung im Bereich Streaming befasst und hörte unter anderem Musiker wie Ed O'Brien von Radiohead, Guy Garvey von der Formation Elbow oder Nadine Shah an. Die aktuelle Runde war bereits die dritte Anhörung zum Thema.

Die Debatte um die Verteilung der Streamingerlöse, die hierzulande im Frühjahr 2020 als Fair-Share-Diskussion für Aufsehen sorgte, läuft in Großbritannien unter dem Hashtag BrokenRecord.

Text: Knut Schlinger