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GVL rechnet für 2020 mit "weitgehend stabilen" Einnahmen

Die GVL zieht eine erste Bilanz für 2020: "Trotz des Corona-Ausnahmejahres" habe man 278,4 Millionen Euro an die Berechtigten verteilen können, heißt es aus Berlin. Dank "erheblicher Nachzahlungen" aus früheren Jahren geht man bei der Verwertungsgesellschaft zudem von "weitgehend stabilen" Einnahmen aus.

19.01.2021 09:59 • von
Langer Zeitstrahl: die GVL listet ihre Verteilrunden und Corona-Hilfen für 2020 auf (Bild: GVL)

Die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) zieht eine erste Bilanz für 2020: "Trotz des Corona-Ausnahmejahres" habe man 278,4 Millionen Euro an die Berechtigten ausschütten können, heißt es aus Berlin. Zum Vergleich: 2019 verteilte die GVL laut eigenen Angaben 219,1 Millionen Euro an die berechtigten Hersteller und Künstler. Dank "erheblicher Nachzahlungen" aus früheren Jahren geht man bei der Verwertungsgesellschaft zudem von "weitgehend stabilen" Einnahmen für das nun abgelaufene Jahr aus.

"Wir freuen uns, dass wir für viele unserer Künstler und Hersteller eine finanzielle Konstante in einem Jahr waren, das unbeständiger kaum hätte sein können", lassen Guido Evers und Tilo Gerlach als Geschäftsführer der GVL wissen. "Wir haben alle regulären Verteilungen wie geplant durchgeführt und konnten zusätzlich dazu Vorschusszahlungen und Corona-Unterstützungen an unsere Berechtigten auszahlen. Darauf sind wir stolz."

Laut Angaben der Verwertungsgesellschaft hätten "allein im Rahmen der Erstverteilung des Verteiljahres 2019" fast 100.000 Berechtigte Vergütungen erhalten. Insgesamt fanden demnach neun Verteilungen statt, parallel zahlte die GVL zudem Corona-Hilfen aus - bereits im Frühjahr hatte die Gesellschaft ein millionenschweres Paket für Künstler und Hersteller geschnürt. Von dieser Soforthilfe aus dem Sozialfonds der GVL hätten insgesamt rund 8000 Berechtigte profitiert, heißt es bei der GVL - "überwiegend Künstler". Damit habe man im Jahr 2020 rund zwei Millionen Euro "zur kurzfristigen Unterstützung für Berechtigte in finanzieller Notlage bereitgestellt".

Allerdings verweisen Evers und Gerlach auch darauf, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie aufgrund der gesetzlichen Verteilzyklen erst im Jahr 2021 spürbar würden, wenn die Einnahmen aus dem Jahr 2020 an die GVL-Berechtigten verteilt werden: "Unsere Einnahmen sind jedoch trotz großer Veränderungen in einzelnen Erlösbereichen dank erheblicher Nachzahlungen für frühere Jahre weitgehend stabil geblieben."

Mitte Juni 2020 hatte die beiden Geschäftsführer bei der Gesellschafter- und Delegiertenversammlung vor ersten Einschnitten gewarnt.

Text: Knut Schlinger