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Streaming wächst im deutschen Musikmarkt um fast ein Drittel

Im abgelaufenen Jahr 2020 zählte der deutsche Musikmarkt 139 Milliarden Abrufe von Songs über Audiostreamingdienste. Das gaben GfK Entertainment und der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) bekannt. Damit baut das Streaming seine Position als umsatzstärkstes Format weiter aus. Vor Jahresfrist knackten die Musikstreams hierzulande erstmals die Marke von 100 Milliarden Abrufen.

11.01.2021 11:42 • von
Weiter auf Wachstumskurs: Streaming erreichte laut GfK Entertainment und BVMI im Jahr 2020 neue Höchstwerte (Bild: Daten: GfK Entertainment, BVMI; Grafik: MusikWoche)

Im abgelaufenen Jahr 2020 zählte der deutsche Musikmarkt 139 Milliarden Abrufe von Songs über Audiostreamingdienste. Das gaben GfK Entertainment und der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) bekannt. Damit baut das Streaming seine Position als umsatzstärkstes Format weiter aus. Vor Jahresfrist stießen die Musikstreams hierzulande mit 107 Milliarden Abrufen erstmals in den dreistelligen Milliardenbereich vor.

Die nun aufgelaufenen 139 Milliarden Musikstreams bedeuten somit im Vorjahresvergleich ein Plus von knapp 30 Prozent, oder - wie es bei GfK und BVMI heißt - von fast einem Drittel. Im Vergleich zu 2018, als noch 79,5 Milliarden Streams gezählt wurden, liegt der Zuwachs bei rund drei Vierteln. Seit dem Start der Erfassung im Jahr 2013 summieren sich die Streamingabrufe inzwischen auf 457 Milliarden.

"Ein Plus von über 30 Milliarden Streams gegenüber 2019 ist sehr beachtlich - eine Dynamik, die wir seit mehreren Jahren sehen, auch in der Zeit vor der Pandemie", analysiert der BVMI-Vorstandsvorsitzende Florian Drücke. Musik werde inzwischen "zu erheblichen Teilen online gehört", was sich auch im Marktmix widerspiegele.

So hätten in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 bereits zwei Drittel oder 65,7 Prozent der Umsätze im deutschen Musikmarkt aus dem Bereich Audiostreaming gestammt, zusammen mit Downloads und Videostreaming wurden drei Viertel des Umsatzes zum Halbjahr online erwirtschaftet.

Drücke verbindet diese Analyse mit einer politischen Botschaft "Diese Relevanz des digitalen Marktes verdeutlicht im Übrigen, warum die Branche sich so vehement für die korrekte Umsetzung der europäischen Urheberrechtsrichtlinie einsetzt - ohne die Abweichungen des Justizministeriums, die negative Auswirkungen auf das digitale Lizenzgeschäft nach sich ziehen würden."

Die aktuelle Sonderauswertung der Charts-Ermittler von GfK Entertainment und des BVMI-Branchenverbands weist zudem neue Streaming-Bestmarken an Heiligabend und Silvester aus: "Die Tage, an denen deutschlandweit am meisten gestreamt wurde, waren einmal mehr Heiligabend und Silvester, die mit 605 Millionen beziehungsweise 537 Millionen Zugriffen neue Rekorde aufgestellt haben", berichtet Mathias Giloth als Geschäftsführer von GfK Entertainment. Streaming gehöre für viele Menschen längst zum Alltag: "Insbesondere Musik 'Made in Germany', die über die Hälfte der Top 100 Streaming-Jahrescharts ausmacht, ist dabei sehr beliebt - und zwar aus so unterschiedlichen Genres wie HipHop, Dance oder Pop."

Als "meistgestreamter Song binnen 24 Stunden" habe Mariah Careys "All I Want For Christmas Is You" mit 4,5 Millionen Abrufen am 24. Dezember 2020 den eigenen Bestwert aus dem Vorjahr von 3,2 Millionen Plays "noch einmal deutlich" übertroffen. An zweiter Stelle landet nun "Last Christmas" von Wham!, das 4,2 Millionen Streams erzielte. Weihnachtstitel besetzen dabei die komplette Top 5 der Auswertung und zeichnen laut GfK für acht der zehn am häufigsten gestreamten Songs innerhalb eines Tages verantwortlich.

In die Auswertung flossen werbefinanzierte und kostenpflichtige Musikstreams ab einer Länge von 31 Sekunden ein.