Unternehmen

Recorded Music in UK verzeichnete 2020 erneut Zuwächse

Das Geschäft mit Recorded Music stieg in Großbritannien 2020 um 6,8 Prozent auf 1,55 Milliarden Pfund und erreichte damit den höchsten Wert seit 2006. Laut Branchenverband BPI macht Streaming inzwischen vier Fünftel des britischen Musikkonsums aus.

11.01.2021 15:04 • von Jonas Kiß
Phyhische Verkäufe und Downloads knicken weiter ein, während Streaming wächst: der britische Musikkonsum 2020 (Bild: Screenshot, ERA)

Das Geschäft mit Recorded Music stieg in Großbritannien 2020 um 6,8 Prozent auf 1,55 Milliarden Pfund und erreichte damit den höchsten Wert seit 2006, was aus vorläufigen Daten des britischen Handelsverbands ERA (Entertainment Retailer's Association) hervorgeht.

Demnach legten die Streaming-Umsätze um 15,5 Prozent auf 1,21 Milliarden Pfund zu, und das allein sei mehr, als der gesamte britische Markt mit Recorded Music noch 2016 wert war. Doch beim Verkauf von Downloads sank der Umsatz 2020 um 19,5 Prozent auf 72,2 Miollionen Pfund. Auch CD-Verkäufe verzeichneten im vergangenen Jahr mit 156,2 Millionen Pfund einen Umsatzrückgang von 28 Prozent im Vergleich zu 2019. Dafür macht Vinyl mit einem Umsatzplus von 13,3 Prozent auf 110 Millionen Pfund nun mehr als 40 Prozent des physischen Musikmarktes in UK aus.

Derweil zeigen jüngst veröffentlichte Zahlen der British Phonographic Industry (BPI) auf Basis von Daten der Official Charts Company ein ähnliches Bild: Der Musikkonsum sei in Großbritannien im Jahr 2020 um 8,2 Prozent gestiegen. Streaming mache dabei mit 80,6 Prozent inzwischen vier Fünftel des britischen Musikkonsums aus. Im physischen Bereich konnte Vinyl das 13. Jahr in Folge wachsen.

Die BPI sieht hier einen Anstieg von 11,5 Prozent gegenüber 2019 auf nun rund fünf Millionen verkaufte Exemplare. Audiokassetten erreichten 2020 mit über 156.000 Exemplaren sogar den höchsten Stand seit 2003. Insgesamt gingen die physischen Verkäufe 2020 im Vergleich zum Vorjahr jedoch um 24,6 Prozent auf 21,1 Millionen Stück zurück, allein die CD-Verkäufe sanken um 31,7 Prozent auf 16,1 Millionen Exemplare.

BPI-CEO Geoff Taylor findet die Leistung im Bereich Recorded Music im Jahr 2020 "bemerkenswert", sie sei aber nur ein Element des Künstlereinkommens. Deshalb ruft Taylor die Regierung erneut auf, die "kulturell wichtigen Veranstaltungsorte, Nachtclubs und Festivals zu unterstützen, bis sie sicher wieder öffnen können".