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Charts KW 2: AC/DC und Apache 207 on top

AC/DC holen sich mit "Power Up" die Führungsposition in den Top 100 Longplay der Offiziellen Deutschen Charts zurück und schieben Helene Fischer mit dem Kompendium der "schönsten Momente" aus ihrer Fernsehshow auf Rang zwei. Bei den Singles verbucht derweil Apache 207 mit "Angst" seinen achten Nummer-eins-Hit.

11.01.2021 15:35 • von Frank Medwedeff
Hat nun schon acht Nummer-eins-Hitsingles auf dem Konto: Apache 207 (Bild: Paul Shady)

AC/DC springen mit "Power Up", ihrem Siegeralbum in den Offiziellen Deutschen Jahrescharts 2020, in der ersten von GfK Entertainment ermittelten Wochenhitliste 2021 von Rang drei aus zurück auf die Pole Position der Top 100 Longplay. Das aktuelle Studiowerk der australischen Hardrocker weist hier nun fünf Wochen Gesamtverweildauer auf Rang eins aus.

AC/DC schieben Vorwochentabellenführerin Helene Fischer mit "Die Helene Fischer Show - Meine schönsten Momente Vol. 1" an die zweite Stelle. Mit deutlichen Verbesserungen wieder im Vorderfeld platziert sind Kerstin Otts "Ich muss dir was sagen" per Sprung von Rang 17 auf drei und Metallicas Orchesteralbum "S&M2" (von 40 auf vier).

Auf Position fünf verharrt Paul McCartney mit "McCartney III", womit der Ex-Beatle vor zwei Wochen ganz oben gelandet war.

Der Live-Mitschnitt von "Eric Clapton's Crossroads Guitar Festival 2019", auf dem neben dem Gastgebeber himself unter anderem auch Buddy Guy, Sheryl Crow, Bonnie Raitt, Robert Cray, James Bay, Jeff Beck, Los Lobos, Gary Clark Jr. oder Lianne La Havas mit von der Partie sind, steigert sich signifikant von Platz 54 auf sechs. Ina Müller rückt mit "55" von neun auf sieben vor, und Roger Waters verbucht mit "Us + Them" auf dem achten Rang den höchsten von insgesamt nicht weniger als 21 Wiedereinstiegen in dieser Woche.

David Garrett kehrt per Steigerung von "Alive - My Soundtrack" anhand einer Steigerung um 16 Positionen auf die Neun in die Top 10 zurück. die Taylor Swifts "Evermore" abschließt, die Nummer acht der vergangenen Woche.

In der VÖ-armen Phase nach dem Jahreswechsel gelangen lediglich zwei Neueinsteiger in die Longplayhitliste: Fernando Express platzieren ihren Karrieresampler "Das Beste zum 50. Jubiläum" nach der ersten Verkaufswoche auf Platz 78, und Inka Bause greift mit "Lebenslieder" auf Rang 88 ins Geschehen ein.

Universal Music dominiert mittels 53,2 Prozent Marktanteil die Vertriebsrangliste zu den Top 100 Longplay eindeutig. Sony Music sichert sich mit 21,3 Prozent den zweiten Platz, dicht gefolgt von Warner Music (20,5 Prozent). Die Top 5 vollzählig machen Tonpool Medien sowie Believe/GoodToGo anhand von jeweils 1,7 Prozent.

In den Top 100 Singles haben Weihnachtslieder, die in der Vorwoche noch zwei Drittel der Charts ausmachten, nach dem Jahreswechsel ausgespielt.

Als Neuzugang an die Spitze schwingt sich Apache 207, der mit "Angst" bereits seine achte Nummer eins in der deutschen Singleshitliste landet. Den neuerlichen Triumph des Rappers und Sängers aus Ludwigshafen klar machte ein aufwändiges, zu Silvester veröffentlichtes Video zum Song, das zum Teil mit Drohnen und viel Pyrotechnik auf einem stillgelegten Kasernengelände in Babenhausen gedreht wurde. Der von der Produktionsfirma A Million Live verwirklichte Clip entstand demnach unter "hohen Sicherheitsbestimmungen und Auflagen". So wurde dafür eine eigene Corona-Teststation für die zahlreichen Beteiligten eingerichtet. Das Video generierte innerhalb einer Woche schon 3,1 Millionen Klicks.

Hakan Yaman von Apaches Management erläutert: "Angefangen hat alles mit einer Idee, bei der man uns per Anruf nach Mitternacht aus dem Bett geholt hat. Aufgehört hat es mit einer Riesen-Show, für die gut zwei Wochen lang ca. 50 Menschen von 12 Unternehmen unter (aufgrund von COVID) erschwerten Bedingungen zusammengearbeitet haben, als gehöre man seit Jahren einer einzigen Firma an. Die überragende Performance des Künstlers wäre nichts, wenn es nicht die Helden hinter der Kamera gäbe, vielen Dank!"

Das Label-Team von Two Sides liefert folgendes Zitat: "Wie können wir den Fans etwas Einzigartiges bieten, etwas das es so noch nicht gab? Diese Frage stellt sich Apache und das ganze Team immer wieder, Stillstand gilt es zu vermeiden - auch und vielleicht gerade unter den aktuellen Umständen. Daher wollten wir den Leuten an diesem denkwürdigen Silvesterabend ein Feuerwerk der ganz besonderen Art bieten. Die ursprünglich unmöglich scheinende Idee nahm dank einer außergewöhnlichen Teamleistung dann relativ schnell Gestalt an, und nur wenige Tage später konnte dieses Mammutprojekt umgesetzt werden. Wir bedanken uns bei A Million Live, Feder Musik und Four Music für die erfolgreiche Zusammenarbeit und freuen uns schon auf die nächsten Projekte."

"Angst" ist bereits der fünfte Track aus "Treppenhaus", dem Debütalbum von Apache 207, auf der Pole Position der Top 100 Singles. "Treppenhaus" stieg im Sommer 2020 in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeitgleich auf Platz eins der Longplay-Charts und war in Deutschland das meistgestreamte Album des abgelaufenen Jahres auf Spotify. In dieser Wertung landete Apaches "Platte"-EP zudem auf dem dritten Platz.

Mit "Roller" stellte Apache 207 den meistgestreamten Deutschrap-Song des Jahres mit umgerechnet mehr als einer Million verkauften Einheiten, weshalb der 23-jährige neben 14 Gold- und vier Platinawards seit diesem Jahr auch einen Diamond-Award in seiner Sammlung hat. Die ursprünglich für den April angekündigte Arena-Tour des Erfolgskünstlers sei binnen vier Minuten ausverkauft gewesen, musste coronabedingt aber ausfallen und soll wenn möglich in diesem Jahr nachgeholt werden.

Auch auf Rang zwei der aktuellen Top 100 Singles findet sich ein Neuzugang aus der Deutschrap-Szene mit "7", einer Kollaboration von Ufo361 und Bonez MC. Von 18 auf drei rauf geht es für "Jerusalema" von Master KG feat. Burna Boy & Nomcebo Zikode. Und zurück in die Top 5 kehren zwei ehemalige Nummer-eins-Hits: "Mood" von 24kGoldn feat. Iann Dior (von 24 auf vier) sowie "Blinding Lights" von The Weeknd (von 32 auf fünf).

Universal Music ist auch im Singles-Segment in der Distributorenauswertung der aktuellen Erhebungswoche spitze angesichts von 35,2 Prozent Marktanteil. In Schlagdistanz folgen Sony Music (29,4 Prozent) und Warner Music (27,4 Prozent). 5,1 Prozent bringen Believe/GoodToGo auf den vierten Platz - vor Kontor/Edel (3,0 Prozent).

"Bravo- The Hits 2020" bleibt dominant in den Top 30 Compilations. Von Rang vier auf zwei auf rückt ein weitererer musikalischer Jahresrückblick, "Die ultimative Chart Show - Die erfolgreichsten Hits 2020". Und "Unsere Hits 2021" klettern von sechs auf drei.

Einziger Neuzugang ist hier an 15. Stelle die nur digital veröffentlichte Zusammenstellung "80s - 50 Hits by uDiscover".

In der Vertriebsfirmenstatistik für die Compilations erreicht Universal Music als Wochensieger mit 53,2 Prozent den gleichen Wert wie für die Top 100 Longplay. Sony Music kommt auf 26,8 Prozent, Warner Music auf 17,7 Prozent. Und jeweils gut 1,0 Prozent genügen Pavement Records und Kontor/Edel für die Plätze vier und fünf.