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In den Jahrescharts viel erreicht trotz Corona

In Statements blicken Frank Briegmann und Patrick Mushatsi-Kareba für MusikWoche auf das Chartsjahr 2020 zurück. Trotz erschwerter Bedingungen unter der Pandemie ziehen beide eine Erfolgsbilanz.

22.12.2020 10:15 • von Dietmar Schwenger
- (Bild: Sony Music)

In Statements blicken Frank Briegmann und Patrick Mushatsi-Kareba für MusikWoche auf das Chartsjahr 2020 zurück. Trotz erschwerter ­Bedingungen unter der Pandemie ziehen beide eine Erfolgsbilanz.

»Ich bin vor allem stolz auf mein Team hier bei Universal Music«, sagt Frank Briegmann, CEO & President Universal Music Central Europe und Deutsche Grammophon. »Alle haben extra Einsatz gezeigt um unseren Künstlerinnen, Künstlern und Partnern maximale Stabilität zu bieten.« Man habe viele tolle Ergebnisse für die Universal-Acts erzielen können.

So verweist Briegmann unter anderem auf die Single des Jahres von The Weeknd, 28 von 50 Nummer-eins-Singles im Jahr 2020, die Hälfte aller Top-10-Platzierungen bei den Alben, auf das erfolgreichste Popalbum von Sarah Connor, das erfolgreichste Schlageralbum von Kerstin Ott, das erfolgreichste Album in der volkstümlichen Musik von Santiano, das erfolgreichste HipHop-Album von Bonez MC, den erfolgreichsten internationalen HipHop-Track von DaBaby, den erfolgreichsten Soundtrack »Die Eiskönigin 2« und auf sechs von zwölf Klassik-Nummer-eins-Platzierungen für die Deutsche Grammophon.

»Und Capital Bra war der meistgestream­te Künstler (und erfolgreichste Pizza­bäcker) in Deutschland - unsere Chartsbilanz kann sich also sehen lassen. Sie unterstreicht noch einmal die individuelle Klasse der ­Künstlerinnen und Künstler genauso wie die Leistungsfähigkeit unseres gesamten Teams.«

Briegmann freut sich auch über die Erfolge der Universal-Künstler im Ausland: So stand der in Deutschland unter Vertrag genommene Singer/Songwriter Lewis Capaldi mit »Divinely Uninspired To A Hellish Extent« in 77 aufeinander folgenden Wochen in den Top 10 der UK-Albumcharts - ein »All-Time-Record«, konstatiert der Universal-Music-Chef. Lewis Capaldi habe nach jetzigem Stand gute Chancen, im zweiten Jahr in Folge »Biggest Selling Artist Of The Year« zu werden. Zudem habe Topic mit »Breaking Me« den mit mehr als 1,2 Milliarden Streams international erfolgreichsten Track aus Deutschland gebracht und konnte sich über 27 Edelmetall-Awards in 27 Ländern freuen.

»Und nicht zuletzt konnten wir auch im Klassikbereich große Erfolge, besonders auch in den digitalen Distributionskanälen feiern. Bestes Beispiel ist 'John Williams in Vienna': Mit 100.000 verkauften Exemplaren und über 160 Millionen Streams wurde das gemeinsame Werk des legendären Filmkomponisten John Williams, Klassik-Superstar Anne-Sophie Mutter und der weltberühmten Wiener Philharmoniker das international meistverkaufte Orchesteralbum des Jahres."

Darüber hinaus ist Briegmann besonders stolz auf eine Umweltleistung: »Wir arbeiten in Deutschland seit diesem Jahr offiziell klimaneu­tral und haben unser langjähriges unternehmerisches und gesellschaftliches Engagement im Kampf für mehr Diversität und Gerechtigkeit weiter ausgebaut. Wir haben in einem schwierigen Jahr viel erreicht!«

Sony Music freut sich angesichts der aktuellen Jahrescharts über wachsende Marktanteile: In den Offiziellen Deutschen Album-Jahrescharts konnte das Musikunternehmen im Vergleich zum Vorjahr demnach um knapp 24 Prozent zulegen von 19,45 Prozent im Jahr 2019 auf nunmehr 24,1 Prozent und belegt somit die zweite Position der Jahreschartsanteile im Distributoren-Ranking. Der Major verweist in den Singles-Jahrescharts gar auf eine Steigerung von nahezu 30 Prozent auf 28,59 Prozent (nach 22,06 Prozent 2018). In nur drei noch für die Jahresliste 2020 gewerteten Verkaufswochen hat es das im November erschienene neue Studioalbum von AC/DC, »Power Up«, zur Freude des Sony-Music-Teams geschafft, nicht nur »den stärksten Albumstart 2020 zu landen«, sondern auch den ersten Platz der Offiziellen Deutschen Jahrescharts zu belegen.

Als weitere Sony-Music-Künstler befinden sich Robbie Williams mit »The Christmas Present« auf Nummer elf, Apache 207 mit »Treppenhaus« auf Rang 13 und Johannes Oerding mit »Konturen« auf Platz 20 in den Top 20. Zudem ist Sony Music auch physischer Vertriebspartner der K-Pop-Helden BTS, die mit »Map Of The Soul: 7« Rang zwölf einnehmen. 2004 hatte nach Angaben des Unternehmens mit Anastacia zuvor letztmalig ein Sony-Music-Act den Gipfel der Album-Jahrescharts eklommen.

Gleich fünf Mal und somit am häufigsten unter den Distributoren sei Sony Music in den Top 10 der Singles-Jahresauswertung präsent: Apache 207 belegt mit »Roller« den dritten und mit »Fame« den zehnten Platz. »Roller« ist zudem die erfolgreichste deutschsprachige Single des Jahres. Weitere von Sony Music vertriebene Titel unter den ersten Zehn sind »Roses« von Saint Jhn im Remix von Imanbek auf der Vier, der Sommer- und TikTok-Hit »Savage Love« von Jawsh 85 und Jason Darulo auf der Sieben sowie auf der Neun »Ride It« von Regard.

Zusammengerechnet sei, wie Sony Music anmerkt, Apache 207 mit seinen Songs lauf GfK Entertainment über 250-mal in den offiziellen deutschen Charts 2020 vertreten gewesen - mit insgesamt zehn Titeln. In den Airplay-Jahrescharts sei der Track »Übermorgen« von Mark Forster der meistgespielte deutschsprachige Song 2020.

Im Bereich der Klassik ist Igor Levit mit seiner Gesamteinspielung von Ludwig van Beethovens Klaviersonaten für Sony Classical die Nummer Eins in den von GfK Entertainment ermittelten deutschen Klassik-Jahrescharts. Sony Music ist mit fünf Alben in den Klassik-Top-10 für 2020 vertreten und verzeichne im aufgelaufenen Jahr bis Dezember »sogar einen Chartanteil von fast 47 Prozent«. Auch im Katalog-Bereich gebe es aktuell für Sony Music viel zu feiern. Die seit Jahren populärsten Evergreens zum Fest von der Company, »All I Want For Christmas Is You« von Mariah Carey und »Last Christmas« von Wham!, bilden in den aktuellen Top 100 Singles die Doppelspitze der Charts.

Patrick Mushatsi-Kareba, CEO Sony Music GSA, fasst zusammen: »Es freut uns sehr, Künstler wie AC/DC und Apache 207 auf Rekordniveau gebracht haben zu können. Wir sind auch stolz auf die deutliche Steigerung der Chartsanteile. Diese erfreulichen Nachrichten sind auf die Spitzenleistung des gesamten Sony-Music-Teams zurückzuführen, das für internationales Teamwork, digitale Kompetenz und cleveres A&R steht.«

Im Gespräch mit MusikWoche erläuterte Mushatsi-Kareba jüngst seine Ziele und Pläne am neuen Standort, sprach über alte und neue Mitarbeiter, den Wettbewerb im Musikbiz oder Themen wie Diversität, aber auch die Corona-Pandemie.