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Neustart Kultur gibt Millionenbetrag für E-Musik- und Sprechtheaterverlage

Die E-Musik- und Sprechtheaterverlage erhalten im Rahmen des Programms Neustart Kultur ab dem 15. Dezember eine finanzielle Hilfe mit einem Gesamtvolumen von fünf Millionen Euro.

09.12.2020 12:04 • von Dietmar Schwenger
Fordert wortgenaue Umsetztung der EU-Richtlinie zum Urheberrecht: Birgit Böcher (Bild: DMV)

Die E-Musik- und Sprechtheaterverlage erhalten im Rahmen des Programms Neustart Kultur ab dem 15. Dezember eine finanzielle Hilfe mit einem Gesamtvolumen von fünf Millionen Euro. Kulturstaatsministerin Monika Grütters erfülle mit der "Richtlinie für die Gewährung von Billigkeitsleistungen zur Milderung von durch die Corona-Pandemie im Jahr 2020 entstandene Härten für Musik-und Sprechtheaterverlage" eine weitere Forderung des Forums Musikwirtschaft, das sich seit Beginn der Corona-Krise für eine Berücksichtigung aller Bereiche der eng verzahnten Musikwirtschaft einsetze, heißt es aus Berlin.

Die Abwicklung des Förderprogramms für E-Musik- und Sprechtheaterverlage erfolgt durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Anträge können ab dem 15. Dezember 2020 online gestellt werden. Die Vergabe der Fördermittel erfolgt nach dem Eingang der vollständigen Anträge.

Mit der jüngsten Maßnahme erhielten E-Musik- und Sprechtheaterverlage Corona-Finanzhilfen für den erforderlichen Neustart, der allerdings mit Einsetzen der zweiten Infektionswelle in weite Ferne gerückt sei. Umso wichtiger und für einige Firmen überlebensnotwendig sei die jetzt angekündigte Unterstützung, die in enger Abstimmung mit dem Deutschen Musikverleger-Verband (DMV) und dem Verband Deutscher Bühnen- und Medienverlage (VDB) entwickelt worden sei.

"Der neuerliche Lockdown im November verschärft die ohnehin angespannte und existenzbedrohende Lage der E-Musikverlage in Deutschland, die auf eine teilweise über 200 Jahre alte Tradition zurückblicken", sagt DMV-Geschäftsführerin Birgit Böcher. "Sie bekommen die Folgen der Corona-Pandemie seit März mit aller Härte zu spüren. Die finanzielle Hilfe ist daher zwingend notwendig, wenn diese weltweit einmalige Verlagslandschaft in seiner Vielfalt erhalten werden soll."

"Wir dürfen nicht außer Acht lassen, dass ein Großteil der deutschen Musikverlage die Folgen der Krise mit voller Wucht vor allem im nächsten Jahr spüren wird - wenn nämlich die zeitversetzten Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaften, vornehmlich der GEMA, drastisch reduziert werden", warnt Böcher. "Denn wo nichts aufgeführt oder in Restaurants, Clubs und Fitnessstudios wiedergegeben wird, kann die GEMA auch keine Gebühren einnehmen und an Urheber*innen und ihre Musikverlage weiterleiten. Das muss auch der Politik bewusst sein."

Böcher mahnt in dem Zusammenhang erneut an, den "mühsam gefundenen Kompromiss" beim Urheberrecht zu wahren und die EU-Richtlinie möglichst wortgenau in deutsches Recht zu übertragen. "Auf diese Weise werden Urheber*innen und Verlage an der Verwertung ihrer Rechte beteiligt. Das würde helfen, die Krise zu überleben und es kostet den Steuerzahler keinen Cent."