Anzeige

Livebiz

Forschungsprojekt untersucht Wirkung digitaler Konzertformate

Das internationale Forschungsprojekt "Digital Concert Experience" unter Federführung der Zeppelin Universität will erstmals die Wirkung digitaler Konzertformate wissenschaftlich analysieren.

02.12.2020 16:07 • von Dietmar Schwenger
Knüpft sich virtuelle Konzerte vor: ein Forschungsprojekt (Bild: Felix Bernoully, Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik)

Anzeige

Das internationale Forschungsprojekt "Digital Concert Experience" unter Federführung der Zeppelin Universität (ZU) in Friedrichshafen will erstmals die Wirkung digitaler Konzertformate wissenschaftlich analysieren. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, welche Angebote wie wirken und welche tatsächlich zukunftsfähig sein könnten.

Die ersten viurtuellen Konzerte seien noch Experimente gewesen, um im Idealfall neue Zielgruppen zu erreichen, heißt es aus Friedrichshafen. "Im Zuge der Corona-Pandemie verändert sich jedoch diese Sichtweise: Aus der puren Not heraus ist eine Vielzahl weiterer Streaming-Angebote entstanden", erläutert Martin Tröndle, Inhaber des Würth-Lehrstuhls für Kulturproduktion an der ZU.

Auch wie sich das Konzertwesen unter dem rasanten Druck des digitalen Wandels weiterhin als Kulturform und soziales Forum behaupten könne, sei für Künstler sowie Veranstalter und die Kulturpolitik eine aktuelle und wesentliche Frage. Das Forschungsprojekt will nun der Frage nachgehen, wie klassische Kulturangebote im virtuellen Raum stattfinden können und vom Publikum aufgenommen werden.

Um dies experimentell zu untersuchen, hat das Forschungsteam einen Konzertfilm produziert, in dem ein renommiertes Streichquintett Werke von Ludwig van Beethoven, Brett Dean und Johannes Brahms aufführt. Im Forschungsprojekt soll nun die Wirkung dieses Films auf das virtuelle Publikum unter sechs verschiedenen Streaming-Varianten untersucht werden.

"Frühere Versuche haben bereits gezeigt, dass Studienteilnehmer beim Live-Konzert deutlich häufiger lächeln und stärkere physiologische Reaktionen haben als bei Konzertaufnahmen - nun möchten wir herausfinden, welche virtuellen Formate dem live erlebten Konzert von seiner Wirkung her am nächsten kommen, und inwiefern gestreamte Konzerte zu einem Format ganz eigener Art werden könnten", sagt Melanie Wald-Fuhrmann, Direktorin am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik.

Beteiligt an dem Forschungsprojekt sind neben der ZU das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt am Main, die Universität Bern in der Schweiz und die University Of York in Großbritannien. Gefördert wird es von der VolkswagenStiftung und der Aventis Foundation.