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Booking United kritisiert Novemberhilfe

Booking United, eine Berliner Initiative und Interessengemeinschaft für Agenturen, Künstler-Tourneen, DJs und Live-Auftritte, weist auf den "unüberwindbar scheinenden Graben" hin, der zwischen den Ankündigungen zur Novemberhilfe des Bundes und der Praxis liege.

02.12.2020 09:51 • von Dietmar Schwenger
Setzt sich kritisch mit der Novemberhilfe auseinander: Juliane Kindermann von Booking United (Bild: Booking United)

Booking United, eine Berliner Initiative und Interessengemeinschaft für Agenturen, Künstler-Tourneen, DJs und Live-Auftritte, weist auf Missstände in der Novemberhilfe des Bundes hin, weil diese in der Praxis nicht bei denen ankomme, die sie am dringendsten brauchen. "Wir haben mit Sorge zur Kenntnis genommen, dass im Ausland wirkende Künstler und Kreative keinen Anspruch auf die Novemberhilfe der Bundesregierung haben werden. Zwischen dem Lob von Frau Monika Grütters für das Programm - 'Es ist vor allem ein Zeichen der Wertschätzung für viele in der Kultur und in der Kreativwirtschaft Tätige' - und den Formulierungen der Vollzugshinweise liegt ein Graben, der unüberwindbar scheint."

Konkret heißt es in dem Schreiben: "Gerade durch unsere Rolle als Vermittler zwischen den Kulturen halten wir es für einen Fehler, die ausländischen Umsätze Kreativ-und Kunstschaffender auszuklammern und somit den Zugang zu den so dringlich benötigten Hilfen zu verwehren. Die deutsche Kunst und Kultur ist längst eine internationale und weltumspannende und um diese zu erhalten benötigt es in dieser besonderen Zeit einen besonderen Blick auf die Realität insbesondere der Künstler und Künstlerinnen."

Die Novemberhilfe hätte den Kreativen Auftrieb geben sollen und sie für ein paar Monate durch die Krise leiten solllen, so Markus Nisch und Juliane Kindermann als Vorstände von Booking United. "Doch international tourende Bands und Musiker erhalten durch die Umsatzdefinition nach §1 Abs 1 Nr 1 Umsatzsteuergesetz keine Gelder. Wir bitten, dies zu überdenken und im Anbetracht der deutschen Exportwirklichkeit zu betrachten. Auch Musiker, Künstler, Performer dürfen nicht den Glauben daran verlieren, dass es sich lohnt, in Deutschland zu leben und wirtschaften und die Marke Deutschland und die deutsche Sprache in die Welt zu tragen."