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Kontaktverfolgungssystem luca nimmt Fahrt auf

Das Kontaktnachverfolgungssystem luca, das in der Pandemie Gesundheitsämter entlasten soll, ist bereits in Jena, auf Sylt und in drei Altenpflegeheimen in Sachsen-Anhalt im Einsatz. Unterstützer Smudo von den Fantastischen Vier warb am 25. November bei "Maischberger" für das System.

26.11.2020 16:20 • von Frank Medwedeff
Stellte vor, was luca leisten kann: Smudo bei "Maischberger" (Bild: Screenshot ARD)

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Als erste Urlaubsregion bereitet sich die Insel Sylt mit dem luca-System auf die Zeit nach dem Lockdown vor. Damit sei Sylt nach Jena die zweite Region, "die luca flächendeckend einführt, um durch eine digitale Kontaktdatennachverfolgung die lokalen Gesundheitsämter zu entlasten". Zeitgleich werde das neue System schon jetzt in drei Altenpflegeheimen im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt getestet. Das hat luca-Untertützer Smudo (Die Fantastischen Vier) am 26. November in der ARD-Fernsehsendung "Maischberger - Die Woche" bekanntgegeben.

Die Berliner Initiative luca hat eine Lösung zur datenschutzkonformen Kontaktnachverfolgung entwickelt, die vor allem in geschlossenen Räumen bei geschäftlichen Treffen, Besuchen in Pflege- und Seniorenheimen, beim Einkaufen oder Kirchgang und "hoffentlich bald wieder" in Gastronomie, Hotels und bei öffentlichen Veranstaltungen eingesetzt werden könne. Aber auch bei privaten Treffen mit Freunden oder der Familie, wie sie über Weihnachten wieder erlaubt sind, könne luca "seine Stärken ausspielen" - wenn die Gesundheitsämter wie in Jena und dem Salzlandkreis ans System angeschlossen sind.

Smudo von der Band Die Fantastischen Vier, Teil des luca-Projekts seit Beginn, hofft, dass schon zu Weihnachten möglichst viele Gesundheitsämter mitmachen: "Lasst uns nicht den gleichen Fehler machen wie in den Schulen und jetzt für die Zeit nach dem Lockdown wirksame Konzepte entwickeln, wie wir Treffen wieder möglich machen", appellierte er.

Moritz Luft, Geschäftsführer Sylt Marketing, sagt - auch im Namen der fünf Bürgermeister der Insel: "Uns hat besonders der offene Standard zum sicheren Informationsaustausch mit den Gesundheitsämtern und die Datensicherheit überzeugt. Durch diese Lösung entlasten wir unsere Gesundheitsämter und ermöglichen ein schnelles Unterbrechen von Infektionsketten."

Für den Nutzer sei luca laut den Entwicklern ein "denkbar einfaches System: "Einmal anmelden - überall einchecken - per sich ständig erneuerndem QR Code auf dem eigenen Handy. Als Scanner für den QR Code beim Gastgeber reicht ein Smartphone mit Kamera. Für den professionellen Einsatz stehen Scangeräte zur Verfügung."

Dabei mussten demnach die IT-Spezialisten von neXenio, einer Ausgründung des Hasso Plattner Instituts, die für die Softwarearchitektur und Programmierung von luca verantwortlich zeichnen, "insbesondere den hohen Anforderungen für den Datenschutz durch eine dezentrale Verschlüsselung der Daten berücksichtigen und ein leistungsfähiges Backend für die Nutzung durch die Gesundheitsämter zur Verfügung stellen".

Patrick Henning, CEO neXenio, erklärt den Unterschied von luca zur Corona-Warn-App: "Die Stärke der Corona-Warn-App ist aus meiner Sicht, dass sie sehr wenige Daten erzeugt und dabei wie ein Radar den ganzen Tag auf meinem Smartphone mitläuft. Wir haben bei luca einen anderen Einsatzzweck. Wir sind die Spezialisten, wenn es um Aufenthalte in geschlossenen Räumen geht. Hier können wir unsere Stärke ausspielen und Infektionsketten leichter rückverfolgbar machen, indem wir eine Schnittstelle für die Gesundheitsämter bieten, den Bürger auf sehr spezifische und individuelle Risiken aufmerksam machen und gleichzeitig Datenschutz garantieren."

luca funktioniere sowohl als Smartphone-App als auch analog über Schlüsselanhänger und sei "ab sofort einsatzfähig". Der offizielle "Go-Live" für das luca-Gesamtsystem ist in der Woche vom 30. November 2020 geplant.

Das Team hinter der luca"-Initiative besteht aus der neXenio GmbH, einer Ausgründung des Hasso-Plattner-Instituts, und "einigen engagierten Kulturschaffenden." Das Sicherheitskonzept wird zusammen mit Prof. Marian Margraf von der FU Berlin entwickelt. "Besondere - und prominente - Unterstützung" bekomme luca von den Fantastischen Vier.