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Velomax hält Motivation aufrecht

In Berlin hat die Betreibergesellschaft Velomax in den vergangenen acht Monaten unter anderem neue Veranstaltungskonzepte für die eigenen Hallen entwickelt. Eine wichtige Rolle spielt aktuell zudem die Teammotivation.

26.11.2020 15:08 • von Jonas Kiß
Hat alternative Veranstaltungskonzepte entwickelt: Sybil Franke, Geschäftsführerin Velomax (Bild: Laura Sophie Jung)

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In Berlin hat die Betreibergesellschaft Velomax in den vergangenen acht Monaten unter anderem neue Veranstaltungskonzepte für die eigenen Hallen entwickelt. Eine wichtige Rolle spielt aktuell zudem die Teammotivation.

»Wir haben die vergangenen acht Monate, in denen wir so ziemlich mit dem gesamten Team dauerhaft und in unterschiedlichen Ausprägungen Kurzarbeit vereinbart haben, so gut als möglich für uns genutzt«, erzählt Sybil Franke, Geschäftsführerin Velomax. Man habe alternative Veranstaltungskonzepte mit geringeren Kapazitäten und für Open-Air-Varianten entwickelt, Reparaturen und Modernisierungen durchgeführt, sich Hygienekenntnisse angeeignet und Hygienekonzepte erstellt sowie diesbezügliche Umbauten vorgenommen, Restart-Szenarien entwickelt und sich in intensiven und regelmäßigen Austausch mit betroffenen Branchenkollegen und -verbänden begeben.

»Bisher haben abseits des Kurzarbeitergelds, das wir seit Beginn der Krise nutzen, für uns als privater Hallenbetreiber leider keinerlei Hilfen gegriffen. Weder Mittel aus Landes- noch aus Bundestöpfen kamen für uns in Frage und dies aus verschiedensten Gründen. Zumeist fielen wir aus den Antragsvoraussetzungen raus, da wir in Umsatz und/oder Mitarbeiterzahl zu groß sind, oder die reinen Venue-Größen in Bezug auf die Kapazitäten für schlichtweg zu groß befunden werden, um Hilfen zu erhalten«, so Franke weiter. Auch die Zugehörigkeit zu einem Konzernverbund sei mehrfach ein Ausschlusskriterium gewesen. »Das ist frustrierend. Passgenaue Hilfen für größere Spielstätten müssen zwingend und kurzfristig bereitgestellt werden«, fordert die Velomax-Managerin.

Sie rechnet damit, zunächst einmal in eine erste Jahreshälfte zu gehen, die genau so anfängt, wie das alte Jahr aufhören wird - »fast gänzlich ohne Veranstaltungsgeschäft, nur mit einigen wenigen Sportveranstaltungen und kleinem Nebengeschäft wie zum Beispiel Dreharbeiten«. Franke fürchtet, dass Velomax noch lange nicht in den normalen Spielbetrieb zurückkehren kann, erhoffe sich jedoch durch Schnelltests und Impfstoffe zumindest einen Restart im neuen Jahr, so dass das Unternehmen die vollumfänglichen Strukturen wieder aufbauen könne, um 2022 voll durchstarten zu können.

Hygienekonzepte ­bleiben wichtig

Dabei spielen auch künftig Hygienekonzepte bei allen Veranstaltungsformaten eine große Rolle, zugleich bänden diese Ressourcen und würden die Branche noch lange - in welcher Ausprägung auch immer - begleiten. »Positionen wie Hygienebeauftragter und Fortbildungen in diesem Bereich werden dauerhaft dazu gehören. Auch die Besucher erlernen den alltäglichen Umgang mit den neuen Hygienemaßnahmen und werden diese auch bei Veranstaltungen zukünftig mittragen.« Dies zeige sich bereits bei den ersten Sportevents in diesem Herbst, die wenn auch mit extrem reduzierten Besucherkapazitäten bereit stattfinden durften.

Eine wichtige Rolle bei der Bewältigung spielt auch die Teamführung, wie Franke erläutert. »Wir gehen ehrlich mit der Situation um, besprechen die Lage offen im Team und teilen mit, wie es uns als Unternehmen geht. Wir suchen gemeinsam nach Hilfen und Zukunftsperspektiven, fordern die Kollegen zur aktiven Mitgestaltung auf und sind offen für deren Ideen.« Damit werfe man einen Blick in die Zukunft und zeige an, dass es weitergehen werde, wenn auch möglicherweise in etwas anderer Form, mit teilweise neuen Abläufen und möglicherweise auch neuen Partnern. »So erhoffen wir uns, die Motivation zumindest weitestgehend aufrechterhalten zu können.«

Text: Dietmar Schwenger