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Paradise will mit Trides die Rechte-Auswertung verbessern

Der Digitalvertrieb Paradise Distribution hat unter dem Namen Trides ein neues Projekt gestartet, dass nicht-erkennbare Musikdaten besser identifizieren soll. Dafür seziert Trides DJ-Mixe und Live-Streamings, und hat "die Blackboxes der Verwertungsgesellschaften im Visier".

25.11.2020 14:38 • von Jonas Kiß
Wollen nicht-erkennbare Musikdaten besser identifizieren: Thorsten Kunert (links) und Frank Kudermann (Bild: Paradise Distribution)

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Der Digitalvertrieb Paradise Distribution aus Berlin hat unter dem Namen Trides ein neues Projekt gestartet. Trides soll nicht-erkennbare Musikdaten identifizieren. Dafür seziert Trides DJ-Mixe und Live-Streamings, bereitet sie für die Vermarktung und das Reporting auf, und hat "die Blackboxes der Verwertungsgesellschaften im Visier", wie Ralph Boege, Geschäftsführer Paradise Distribution, erläutert.

Es sei ein offenes Geheimnis, "dass digitale Plattformen nicht alle Gelder an die Rechte-Inhaber ausschütten können, weil die Musikindustrie immer noch nach altertümlichen Prinzipien arbeitet". Anstelle Rechte und Daten vor Auslieferung an die Plattformen zu verbinden, würden sie laut Boege vorab "unnatürlich aufgeteilt und durch unterschiedliche Lieferanten in unterschiedlichen Formaten dorthin geliefert".

Dabei sei "das Chaos vorprogrammiert". Nicht nur in Zeiten einer Pandemie seien Kreative auf die Einnahmen durch die Auswertung der Rechte angewiesen. "Wir hatten schon vorher einen nicht zu ertragenden Zustand: Plattformen machen was sie wollen und die Verwertungsgesellschaften schauen hilflos zu", sagt Boege.

Mit dem durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt Trides will Paradise nun die gesamte Rechte-Kette vom Künstler, Label, Urheber bis hin zum Verlag gegenüber den Verwertungsgesellschaften darstellen und diesen Institutionen eine Hilfestellung geben, so dass dort zukünftig nicht-erkennbare Musikdateien und die dazugehörigen Gelder an die Rechte-Inhaber ausgeschüttet werden können.

Dafür arbeitet das Tech-Team von Paradise um Thorsten Kunert und Frank Kudermann an einer dezentralen Lösung mit dem Einbeziehen "sämtlicher Music Recognition Technologien", so dass man zukünftig "DJ-Mixe und Live-Streamings erkennen, reporten und auch besser vermarkten" könne.

"Wir wollen mit unserer Arbeit und einer Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie eine Bewusstseinsveränderung herbeiführen und eine neue Industrie schaffen, die den Datenfluss nicht mehr blockiert, sondern den Austausch fördert", so Boege: "Es ist an der Zeit, die alte Musikindustrie abzulösen und die Kreativen / Rechte-Inhaber so zu vertreten, wie sie es verdient haben. Wir brauchen ein neues Eco-System, welches nicht nur eine faire Verteilung der Gelder ermöglicht, sondern auch Arbeitsplätze am Standort Berlin-Brandenburg schafft."