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Warner Music schreibt im Fiskaljahr rote Zahlen

Die Warner Music Group kam im abgelaufenen Fiskaljahr auf Umsätze auf Vorjahresniveau. Unterm Strich aber sorgten die Corona-Krise und der Börsengang für Nettoverluste.

23.11.2020 15:26 • von
Kommt trotz zweistelligen Zuwächsen im Digitalbereich unterm Strich nicht an die guten Zahlen des Vorjahres heran: CEO Stephen "Steve" Cooper (Bild: Warner Music Group)

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Die Warner Music Group kam im abgelaufenen Fiskaljahr auf Umsätze auf Vorjahresniveau. Unterm Strich aber sorgten die Corona-Krise und der Börsengang für Nettoverluste. Das zeigt die Bilanz, die CEO Stephen "Steve" Cooper am 23. November 2020 kurz vor Handelsbeginn an der New Yorker Börse vorstellte.

Demnach erzielte die Warner Music Group in den zwölf Monaten von Anfang Oktober 2019 bis Ende September 2020 Umsätze in Höhe von 4,436 Milliarden Dollar, durchbrach damit zum dritten Mal in Folge die Umsatzmarke von vier Milliarden kam aber nicht ganz an die vor Jahresfrist verbuchten 4,475 Milliarden Dollar heran.

"Wir sind stolz auf alles, was wir trotz all der Herausforderungen, denen sich die ganze Welt gegenübersieht, im vergangenen Jahr erreicht haben", sagte Cooper denn auch bei der Präsentation der Jahresbilanz, und verwies auf im Vergleich zum Rekordjahr zuvor beinahe unveränderte Umsätze. Zudem rechnete der Konzernchef vor, dass Warner Music, wenn man Artist Services sowie die Einnahmen aus Nebenrechten und aus Aufführungsrechten als die am schwersten von der Corona-Krise betroffenen Geschäftsfelder aus der Bilanz herausrechne, nach Umsätzen um 3,6 Prozent beziehungsweise bereinigt um Wechselkursschwankungen gar um 4,4 Prozent zugelegt hätte.

Dabei könne man auf ein weiterhin starkes Wachstum im Streaming bauen, aber auch auf weiter an Bedeutung gewinnende Einnahmequellen in Bereichen wie Social Media, Gaming und Home Fitness: "In einem immer komplexer werdenden Umfeld, in dem Musik in jeden Aspekt unseres tagtägliches Lebens eingebunden ist, sind unser kreatives Know-how und unsere globale Reichweite wertvoller denn je", bilanzierte Cooper.

Als Beleg dafür dürfen wohl unter anderem die prozentual zweistelligen Zuwächse im Digitalbereich gelten: Konzernweit wuchsen die Einnahmen aus der Vermarktung von Musik über die verschiedenen digitalen Kanäle um elf Prozent auf gut 2,9 Milliarden Dollar, und standen damit im abgelaufenen Geschäftsjahr für fast zwei Drittel der konzernweiten Einnahmen der Warner Music Group.

Doch unabhängig von diesen Ausblicken sah es im jüngsten Geschäftsjahr beim Ergebnis nicht ganz so rosig für den Musikkonzern aus. So schrieb das Unternehmen im vorherigen Geschäftsjahr noch operative Gewinne in Höhe von 356 Millionen Dollar, diesmal fielen hingegen operative Verluste in Höhe von 229 Millionen Dollar an. Das OIBDA-Vorsteuerergebnis ging derweil von zuletzt noch 625 Millionen Dollar auf nunmehr noch 32 Millionen Dollar zurück, lag aber immerhin noch im positiven Bereich. Das Nettoergebnis hingegen weist fürs jüngste Geschäftsjahr Verluste in Höhe von 470 Millionen Dollar aus, im vorherigen Geschäftsjahr standen unterm Strich noch Erträge in Höhe von 258 Millionen Dollar.

Im Bereich Recorded Music kam Warner Music in den zwölf Monaten bis Ende September 2020 auf Einnahmen von 3,810 Milliarden Dollar, und lag damit knapp unter dem Vorjahreswert von 3,840 Milliarden Dollar. Die Umsätze des Verlagsarms Warner Chappell Music wuchsen derweil im Geschäftsjahr von zuvor 643 Millionen Dollar um zwei Prozent auf nunmehr 657 Millionen Dollar.

Erst kürzlich hatte Cooper aktuelle Übernahmen im Musikbiz angekündigt.

Text: Knut Schlinger