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Eurosonic Noorderslag wird reines Digitalevent

Hatten die Veranstalter von Eurosonic Noorderslag zunächst noch geplant, das niederländische Showcasefestival mit angeschlossener Konferenz als Hybrd-Event stattfinden zu lassen, so zwingt die Pandemie sie nun zu einer rein digitalen Veranstaltung.

10.11.2020 12:59 • von Dietmar Schwenger
Bleibt 2021 leer: das angestammte Tagungscenter von Eurosonic Noorderslag: De Oosterpoort in Groningen (Bild: MusikWoche)

Hatten die Veranstalter von Eurosonic Noorderslag (ESNS) zunächst noch geplant, das niederländische Showcasefestival mit angeschlossener Konferenz als Hybrd-Event stattfinden zu lassen, so zwingt die Pandemie sie nun zu einer rein digitalen Veranstaltung. Ein Event mit physischen Präsenzelementen sei angesichts der aktuellen Entwicklung und den Richtlinien der holländischen Regierung nicht möglich. Deswegen gehen das Festival wie auch die Konferenz der 35. ESNS-Ausgabe vom 13. bis 16. Januar 2021 digital über die Bühne.

Das Ziel bleibe aber gleich, heißt es aus Groningen - nämlich die Förderung europäischer Musik jenseits der Ländergrenzen in Europa und das Netzwerken der Fachbesucher. Die digitale Ausgabe führe über die verschiedenen, eigenen Onlinekanäle wie auch jene der Medienpartner zu einer höheren Reichweite.

"Obwohl wir traurig sind, dass Acts, Publikum und Fachbesucher sich 2021 nicht in Groningen treffen können, ist es sehr wichtig in diesen herausfordernden Zeiten, die Leute aus dem Livebereich, Künstler, Spielstätten, Festivals und Medienvertreter bei der digitalen Eurosonic-Ausgabe zusammenzubringen", sagt Robert Meijerink, Head of Programme ESNS. "Als Schlüsselaustauschsort für aufstrebende europäische Acts werden wir hart daran arbeiten, auch weiterhin die Plattform für neue Künstler zu bilden."

Meijerin kündigt zudem an, dass ESNS Digital aus einem Showcasefestival, einer Konferenz zum Thema "Road To Recovery" und einer Onlineausgabe der Music Moves Europe Talent Awards bestehen wird.

Die digitale Konferenz soll für Fachbesucher ein Ort sein, in dem sie sich in schwierigen Zeiten gegenseitig inspirieren, in einen Dialog treten und von den jüngsten Ereignissen lernen können. In Zeiten wie diesen sei das Bedürfnis, zusammenzukommen, stärker denn je. Bei der Konferenz wolle man Strategien vorstellen und diskutieren, wie man Live-Musik wieder zurückbringen kann - etwa bei Themen wie Impfstoffe, Heilmittel oder Schnelltests.

Weitere Punkte beim Konferenzprogramm sind geistige Gesundheit und Nachhaltigkeit. Zugleich wolle man mit Eurosonic auch Lobby-Arbeit bei EU-Parlamentariern betreiben, damit diese den Livesektor stärker unterstützen.

Bestätigt als Sprecher sind unter anderem Keith Harris und Sammy Andrews, die über Gleichheit und Rassismus in der Musikindustrie sprechen wollen, Mark Mulligan (CEO Midia Research), Tom Windish und Mike Malak (beide Paradigm Agency) Scott Cohen (Warner Music), die Mental-Health-Expertin Katja Ehrenburg, Raphaella Lima (EA Games) und Claire O'Neil (A Greener Festival).

Bereits im Vorfeld der eigentlichen Eurosonic-Ausgabe soll es Onlinediskussionen geben. Am 11. November 2020 etwa sprechen niederländische Politiker über den Kultur- und Musikbereich. am 19. November tauschen sich europäische Clubs und Spielstätten aus. YouTube und Facebook übertragen die Debatten.