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Most Wanted: Music diskutierte Wege aus der Krise

Vom 3. bis 5. November veranstaltete die Berlin Music Commission die siebte Ausgabe von Most Wanted: Music (MW:M) in Berlin als Livestream. Über 80 internationale Speaker tauschten sich in über 30 Vorträgen, Workshops, Q&As und Panels über "die Gestaltung einer tragfähigen Zukunft für die Branche" aus.

09.11.2020 14:58 • von Jonas Kiß
Bei der Eröffnung von Most Wanted: Music: Olaf Kretschmar und Jana Scheffert von der Berlin Music Commission (Bild: Florian Reimann)

Vom 3. bis 5. November 2020 veranstaltete die Berlin Music Commission die siebte Ausgabe von in Berlin trotz Teil-Lockdown als Livestream-Produktion. Die Teilnehmer verfolgten das Programm über die virtuelle Konferenzplattform.

"Das Jahr 2020 bringt für unsere Branche enorme Herausforderungen mit sich, aber es ist uns gelungen, die Konferenz kurzfristig erfolgreich auf ein digitales Format umzustellen", bilanziert Stephan Hengst, Direktor von Most Wanted: Music: "Ich bin wirklich stolz auf das gesamte MW:M-Team. Unter immensem Druck haben wir eine digitale Konferenz auf die Beine gestellt, die fantastisch aussah, mit internationalen Expert*innen punkten konnte und die wichtige Veränderungen für die Branche eingeleitet und vorangebracht hat."

Der Branchentreff stand dieses Jahr unter dem Motto "#Togetherness" und setzte Themen wie den Neustart der Live-Branche, die Auswirkungen der Musikwirtschaft auf die Klimakrise oder Einsatzmöglichkeiten neuer Technologien für Musiker in den Fokus.

Dafür tauschten sich über 80 internationale Speaker aus der Musikwelt in über 30 Vorträgen, Workshops, Q&As und Panels über "die Gestaltung einer tragfähigen Zukunft für die Branche" aus.

So äußerte sich etwa Veranstalterlegende Marek Lieberberg in dem Gespräch "Live Will Survive - But How?" kritisch über die Unterstützung für Kreative: "Von den 25 Milliarden Euro Überbrückungshilfe sind nur eine Milliarde Euro tatsächlich bei den Empfängern angekommen."

Weitere prominente Speaker waren unter anderem Maya Ackerman (WaveAI), Florian Drücke (BVMI), Christian Goiny (CDU), Michael Fritz (Viva con Agua), Madame Gandhi und Jens Michow (BDKV).

Im Rahmen der MW:M Satellites gründete die Berlin Music Commission am zweiten Tag der Konferenz eine neue Fachgruppe der Veranstaltungswirtschaft. Der Zusammenschluss aus rund 30 Gründungsmitgliedern, unter denen sich Festival-, Tournee- und Konzertveranstalter, Agenturen, Theater, Venue-, und Clubbetreiber sowie selbstständige Dienstleister befinden, hat es sich zum Ziel gesetzt, "all diejenigen politischen Entscheidungsprozesse künftig proaktiv zu begleiten, die sowohl die Kreativbranche auf Landes- und Bundesebene betreffen, als auch andere von der Corona-Krise stark gebeutelte Branchen".

"Lebenswerke zerrinnen zu Staub und Existenzen sind akut gefährdet - unsere Branche ist in einer katastrophalen Situation", sagt Olaf Kretschmar, CEO und Vorstandsvorsitzender der Berlin Music Commission: "Jetzt gilt es Schäden zu kompensieren und gleichzeitig neue Wege aus der Krise zu erarbeiten. Die Diskussionen auf der MW:M haben uns klar gemacht, dass hier die Uhr tickt: Wie wir uns heute aufstellen, ändert die Umstände in der nahen Zukunft maßgeblich. Die Corona-Pandemie mag uns dabei räumlich voneinander trennen, sie vereint uns aber auch in unserer gemeinsamen Suche nach agilen Lösungen und lässt die Branche näher zusammenrücken."

Am 5. November spielten bei der zweiten Ausgabe des Showcase-Festivals MW:M Live 24 internationale Acts online vor einem Publikum von Branchenexperten. Bereits am 3. November läuteten die Listen To Berlin: Awards traditionell die Berliner Konferenz ein.