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Sony Music in den ersten drei Quartalen auf dem Vormarsch

Trotz eines Rückgangs im Vergleich mit dem Vorjahr liegt Universal Music beim Longplay-Chartsanteil klar vorn. Dafür holt Sony Music in der Quartalsauswertung auf, und auch die Indies punkten - nicht zuletzt dank erfolgreicher Künstler wie Fynn Kliemann.

29.10.2020 12:58 • von Dietmar Schwenger
In den ersten drei Quartalen 2020 der zweiterfolgreichste Indie-Künstler: Fynn Kliemann (Bild: Brian Jakubowski)

Trotz eines Rückgangs im Vergleich mit dem Vorjahr liegt Universal Music beim Longplay-Chartsanteil klar vorn. Dafür holt Sony Music in der Quartalsauswertung auf, und auch die Indies punkten.

Nach 49,14 Prozent in den ersten drei Quartalen 2019 liegt Universal Music nun bei einem Wert von 42,7 Prozent in der GfK-Auswertung der Chartsanteile im Albumsegment. Sony Music hingegen kann dank der Erfolge unter anderem von Apache 207, BTS und Robbie Williams zulegen und verbessert sich von 19,13 auf 21,62 Prozent, während Warner Music einen Rückgang von 21,86 auf 17,02 Prozent hinnehmen muss.

Zu den großen Gewinnern zählen indes die Indies. Ihr kumulierter Anteil betrug in den ersten neun Monaten des Vorjahrs nur 9,87 Prozent, nun kletterte er auf beachtliche 18,66 Prozent. Das liegt vor allem an den guten Verkaufszahlen von Künstlern wie den Böhsen Onkelz, Fynn Kliemann oder Kollegah. Besonders erfolgreich waren die unabhängigen Vertriebe Believe/GoodToGo und Tonpool, für die es im Longplay-Bereich nach oben ging: Believe/GoodToGo kommt nun auf 6,67 Prozent, Tonpool auf 5,23 Prozent. Nicht eingerechnet in den allgemeinen Indie-Wert sind Firmen wie Telamo oder JKP, die über einen Major-Partner vertreiben und deren Anteile entsprechend den jeweiligen Distributoren zugeschlagen werden.

Auch bei den Singles behauptet Universal Music die klare Spitzenposition, verliert im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum jedoch rund vier Prozentpunkte und fällt von 49,78 auf 45,51 Prozent. Sony Music gehört auch in dem Segment zu den eindeutigen Gewinnern: Der frisch nach Berlin umgezogene Konzern steigert den eigenen Wert von 18,81 auf 28,98 Prozent. Warner Music muss dagegen Zähler abgeben: Nach 17,10 Prozent im Vorjahr rangiert das Unternehmen nun bei 15,88 Prozent.

Anders sieht das Bild bei den Compilations aus. Hier schnellt der Wert von Universal Music von 44,9 auf 52,21 Prozent empor, während Sony Music von 39,83 auf 23,95 Prozent abrutscht. Warner Music legt hingegen im Kopplungsgeschäft deutlich zu und treibt den eigenen Chartsanteil von 6,26 auf 17 Prozent.

Bei der Labelauswertung liegen mit Polydor national und Vertigo Berlin bei den Alben zwei Domestic-Imprints von Universal Music vorn, gefolgt von Telamo. Das Münchner Schlagerlabel ist damit erneut das erfolgreichste Indie-Label in der Auswertung.

Im Verlagsgeschäft rangiert Warner Chappell Music mit 35,01 Prozent deutlich vor Sony/ATV (22,76 Prozent) und der Universal Music Publishing Group (14,24 Prozent). BMG liegt mit einem Anteil von 13,37 Prozent auf dem vierten Rang.

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