Livebiz

"Alarmstufe rot"-Demo zog wieder durch Berlin

Am 28. Oktober fand in Berlin wieder eine Großdemonstration des Bündnisses "Alarmstufe rot" statt, um auf die prekäre Situation der Livebranche aufmerksam zu machen - nach Veranstalterangaben waren 8000 Teilnehmer dabei.

28.10.2020 18:23 • von Frank Medwedeff
Demonstrierten in Berlin mit (von links): Jan Mewes (Mewes Entertainment Group), Dieter Schubert und Michael Bisping (beide a.s.s.Concerts), Falk Baumeister (Falk Baumeister PR Medien Events) und Christian Bandow (Mewes Entertainment) (Bild: Mewes Entertainment Group)

Am 28. Oktober fand in Berlin wieder eine Großdemonstration des Bündnisses "Alarmstufe rot" statt, um auf die prekäre Situation der Veranstaltungsbranche aufmerksam zu machen. Hinter "Alarmstufe rot" stehen die großen Verbände der Veranstaltungsbranche, unter anderem der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV), der Europäische Verband der Veranstaltungscentren (EVVC) und der Berufsverband Discjockey (BVD). Laut der "Berliner Morgenpost" versammelten sich zunächst "wenige tausend Künstler und Beschäftige der Eventbranche" rund um den Neptunbrunnen in Berlin-Mitte. Der Veranstalter sprach von 8000 Demo-Teilnehmern. Auf dem Platz des 18. März fand ab 14.30 Uhr die Schlusskundgebung mit Künstlern, Kulturvertretern und Politikern statt.

Die Demonstrationsteilnehmer präsentierten Schilder mit Botschaften wie "Kultur ist systemrelevant" oder "Pleitewelle in der Veranstaltungswirtschaft stoppen".

Dabei waren Prominente wie Schlagerstar Roland Kaiser, der bei der Kundgebung zur Demo auf die Situation der Livebranchenmitarbeiter, die nicht im Rampenlicht auf der Bühne stehen, hinwies - vom Caterer bis zum Tourbusfahrer. Wenn viele Unternehmen der Livebranche angesichts neuer Einschränkungen für Veranstaltungen pleite gingen, "dann haben wir keine vorübergehende Spielpause mehr, sondern ein Problem, das weit über das jetzt vorstellbare Maß hinausgeht", wie Kaiser bereits in einer Pressekonferenz im Vorfeld der Demo zu Protokoll gab.

"Die Situation ist eine Katastrophe", sagte Techno-DJ und Demo-Teilnehmer Dr. Motte. "Ein erneuter Lockdown setzt alle Menschenrechte außer Kraft", zitiert ihn die "Berliner Morgenpost". Die Seele einer Gesellschaft werde durch durch die harten Einschnitte zerstört. Menschen könnten nicht mehr zusammenkommen, sondern würden kontrolliert und gespalten, bekräftigte der einstige "Loveparade"-Begründer, während sich der Demonstrationszug zum Aufbruch in Richtung Brandenburger Tor bereit machte.

Um 15.15 Uhr trat Campino von den Toten Hosen auf die "Alarmstufe rot"-Bühne und appellierte an die Politik mit den Worten: "Seien Sie nicht so dumm, ausgerechnet diesen Menschen jetzt für immer den Saft abzudrehen".

Die Berliner Polizei berichtete von einem "störungsfreien" Ablauf der Demonstration. Abstände und das von den Veranstaltern selbst angekündigte Alkoholverbot seien allerdings nicht durchgehend eingehalten worden, wie die "Berliner Morgenpost" meldet.