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Digitalausgabe des Tomorrowland Festivals erzielte keinen Gewinn

Das belgische Festival Tomorrowland war im Juli 2020 das erste große globale Festival, das während der Coronavirus-Pandemie für einen Livestream Gebühren verlangte. Trotz des Verkaufs von 140.000 Eintrittskarten konnten die Veranstalter keinen Gewinn erzielen.

28.10.2020 14:34 • von Jonas Kiß
Hier fand das Tomorrowland Festival 2020 statt: in der virtuellen Fantasiewelt Papilionem (Bild: Tomorrowland)

Das belgische Festival Tomorrowland war am 25. und 26. Juli 2020 das erste große globale Festival, das während der Coronavirus-Pandemie für einen Livestream Gebühren verlangte. Trotz des Verkaufs von 140.000 Eintrittskarten konnten die Veranstalter keinen Gewinn erzielen, wie das Branchenmagazin "Billboard" erfahren hat.

Demnach riskierten die Organisatoren nach eigenen Angaben fünf Millionen Euro für die Erschaffung einer virtuellen Fantasiewelt namens "Papilionem", für das die Künstler in Green-Screen-Studios auf vier Kontinenten gefilmt wurden.

Michiel Beers, Mitbegründer von Tomorrowland, erklärte gegenüber "Billboard", dass zu den fünf Millionen Euro an Produkstionskosten zusätzliche finanzielle Unterstützung durch Sponsoren, Partner und Mediengeschäfte kam, und dass das Festival insgesamt "etwa kostendeckend" gewesen sei.

Bei den Einnahmen durch Kartenverkäufe zählt Beers insgesamt 1,3 Millionen Euro für Tages- und Wochenendtickets, etwa 30.000 weitere Tickets verkaufte das Festival in Party-Paketen und weitere 30.000 über Medienangebote. Er sagt aber auch, dass der Kartenverkauf durch die Tatsache eingeschränkt wurde, dass durchschnittlich acht Personen pro Ticket das Festival gemeinsam verfolgten, wie eine Umfrage unter den Zuschauern von Tomorrowland ergab.

An den beiden Tagen im Juli 2020 traten 67 Künstler digital auf, vergangenes Jahr spielten in der belgischen Stadt Boom noch mehr als 1000 Acts live. Tagestickets für das digitale Festival kosteten rund 13 Euro, Wochenendkarten beliefen sich auf rund 20 Euro. Die Veranstalter bezahlten die Künstler nicht mit einer im Vorraus garantierten Gage, sondern nach einem Royalty-Sharing-Modell, das auf der Grundlage der insgesamt verkauften Karten im Nachhinein berechnet wurde.

Immerhin sei die zweitägige Veranstaltung im Sommer so erfolgreich gewesen, dass die belgischen Organisatoren laut "Billboard" nun über Silvester eine zweites Virtual-Reality-Event planen.