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Initiative Pro Event legt Aktionsplan vor

Die am 23. Oktober in Köln vorgestellte Initiative Pro Event der vor allem im Sportbereich aktiven e'motion group soll "die Zukunft der Event-Branche sichern". Dazu gehören drei Schritte: "freien Fall stoppen", "Stabilisierung" und "schrittweiser Aufbau".

26.10.2020 11:57 • von Dietmar Schwenger
Stellten Pro Event vor (von links): Michael Herberger, Erwin Weindorfer, Barbara Rittner (Head of Womens Tennis), Adam Szpyt und Stefan Löcher (Bild: Paul Zimmer, Pro Event)

Die am 23. Oktober 2020 in Köln vorgestellte Initiative Pro Event der vor allem im Sportbereich aktiven e'motion group soll "die Zukunft der Event-Branche sichern". "Um uns aus der Schockstarre zu lösen, in der sich die Veranstaltungsindustrie wegen Corona derzeit befindet, müssen wir alle gemeinsam - Sport, Kultur, Politik und Zivilgesellschaft - einen Weg finden, um trotz allem und natürlich immer mit den notwendigen Hygiene- und Schutzkonzepten Veranstaltungen mit Publikum zuzulassen", sagt Initiator Edwin Weindorfer, Geschäftsführender Gesellschafter e'motion group.

Ziel von Pro Event sei es, mit der Politik konkrete Wege und Maßnahmen zu diskutieren, die es erlauben, dass so viele Beteiligte wie möglich der Event-Branche in der DACH-Region kurzfristig finanziell überleben und mittelfristig eine faire Chance erhalten, aus den Covid-Trümmern schrittweise ihre Existenz nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten wieder aufzubauen". so Weindorfer.

Flankierend erläutert Stefan Löcher, Geschäftsführer Lanxess Arena: "Uns ist ab März der Umsatz zum Vorjahr um 97 Prozent eingebrochen und obwohl wir uns an alle Hygienerichtlinien halten, ändern sich praktisch täglich die durch die Politik vorgegeben Regeln beispielsweise punkto bewilligter Zuschauerzahlen. Da macht sich natürlich eine gewisse Machtlosigkeit breit. Zumal wir uns eher als Teil der Lösung anstatt des Problems sehen. Deswegen unterstützen wir auch diese Initiative, weil wir uns unbedingt in der Politik mehr Gehör verschaffen möchten."

Der Musiker und Booker Michael Herberger, der zur Pro Event Task Force gehört, betont, dass die Event-Branche keine Sonderstellung erwarte, "aber Anerkennung und Fairness. Wir brauchen Verlässlichkeit und Planbarkeit, damit wir einen Rahmen haben, in dem wir uns bewegen können."

Mit-Initiator Adam Szpyt, Gründer und CEO des Matratzenhändlers bett1 sowie Ausrichter der bett1Hulks Championships, fordert: "Wir wollen die Kultur im deutschsprachigen Raum behalten. Wir produzieren hier Emotionen für deutsche Wohnzimmer. Wollen wir die Kultur verlieren? Wollen wir den Spitzensport hier in Europa verlieren? Wir können uns überlegen, ob wir zukünftig den chinesischen Sport, die chinesische Kultur importieren müssen. Wir brauchen eine neue Normalität. Menschen brauchen Emotionen."

Der Aktionsplan sieht drei Schritte vor: "freien Fall stoppen", "Stabilisierung" und "schrittweiser Aufbau". Dafür brauche man die temporäre finanzielle Unterstützung der kommerziellen Event-Branche und die Verlässlichkeit der Politik; Professionalität und Verantwortungsbewusstsein in der Event-Branche seien zu unterstützen. Auch müsse die wirtschaftliche Planungssicherheit wieder gewährleistet werden.

Konkret kündigen die Initiatoren an: "Neben dem Aufbau einer schlagkräftigen Lobbying-Organisation mit allen Vertretern der Event-Branche - und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette - wird Pro Event beginnen, eine digitale Konferenzserie zu veranstalten, um sich einerseits untereinander zu vernetzen und um regelmäßig Erfahrungen und Best Practice Beispiele auszutauschen."