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Musikrat findet Überbrückungshilfen unzureichend

Der Deutsche Musikrat bemängelt, dass auch die neuen staatlichen Corona-Überbrückungshilfen die Honorarausfälle von Soloselbstständigen nicht kompensieren und nicht auch für Lebenshaltungskosten eingesetzt werden können - und fordert eine Anpassung an deren "Lebensrealität".

23.10.2020 17:06 • von Frank Medwedeff
Setzt sich für die soloselbstständigen Kulturschaffenden ein: Martin Maria Krüger (Bild: Deutscher Musikrat)

Seit 21. Oktober 2020 läuft die zweite Runde der Corona-Überbrückungshilfen des Bundeswirtschaftsministeriums, zunächst bis Jahresende. Das Programm wendet sich explizit auch an soloselbstständige Kreativschaffende und Kulturunternehmen und beinhaltet, wie der Deutsche Musikrat begrüßt, "einige Verbesserungen in der Antragstellung insbesondere für kleine Firmen". Doch auch die neuen Überbrückungshilfen gewährten Soloselbstständigen keinen Unternehmerlohn, der die Honorarausfälle kompensieren und auch für Lebenshaltungskosten eingesetzt werden könne.

Musikratspräsident Martin Maria Krüger erklärt: "Der Deutsche Musikrat appelliert an Wirtschaftsminister Peter Altmaier, die zweite Runde der Überbrückungshilfen endlich an die Lebensrealität und Nöte der soloselbstständigen Kreativschaffenden anzupassen." Die umfangreichen Konjunkturprogramme - nicht zuletzt "Neustart Kultur" - haben laut Krüger zwar "wirksam und passgenau" viele Bereiche des Kulturlebens erreicht und zeugten auch von der großen Wertschätzung, die Kultur in Deutschland erfahre.

"Doch wie Soloselbstständige ihre Miete, ihre Versicherungen und Nahrungsmittel bezahlen sollen: Dies ist nach wie vor ungeklärt. Soloselbstständige Kreativschaffende sind hochqualifizierte Unternehmerinnen und Unternehmer, die Wesentliches beitragen zu einer funktionierenden und lebenswerten Gesellschaft. Die Überbrückungshilfen des Bundes müssen dies berücksichtigen und der durch Corona zeitweilig arbeitslos gewordenen Branche einen fiktiven Unternehmerlohn zubilligen, ähnlich wie die Kurzarbeiterregelung für Festangestellte", appelliert Krüger weiter.

Der Deutsche Musikrat verweist in diesem Zusammenhang auch auf die für 28. Oktober 2020 geplante Demonstration des Bündnisses #AlarmstufeRot, einem Zusammenschluss aus Initiativen und Verbänden der deutschen Veranstaltungswirtschaft, in Berlin für eine Sicherung der Veranstaltungswirtschaft mit ihren zahlreichen Soloselbstständigen.