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Söder kündigt Hilfspakete für Künstler und Soloselbstständige in Bayern an

Am 21. Oktober setzte sich Markus Söder in einer Regierungserklärung mit den Entwicklungen in der Corona-Krise auseinander. Dabei ging es unter anderem um Hot-Spots und Inzidenzwerte. Daneben aber kündigte Bayerns Ministerpräsident auch Hilfsmaßnahmen für Soloselbstständige und Kreativschaffende an.

21.10.2020 15:32 • von
Will eine echte Perspektive für Kunst und Kultur: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (Bild: youtube.com, Screenshot)

Am Mittag des 21. Oktober setzte sich Markus Söder vor dem Bayerischen Landtag in einer Regierungserklärung mit den jüngsten Entwicklungen in der Corona-Krise auseinander. Dabei ging es unter anderem um stark steigende Infektionszahlen, Hot-Spots wie den Landkreis Berchtesgadener Land, Inzidenzwerte, eine Maskenpflicht im Schulunterricht und einen möglichen Lockdown. So kündigte Söder zum Beispiel für Regionen mit einem Inzidenzwert jenseits der 100 eine Beschränkung der Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen auf 50 an und eine Sperrstundenregelung, die ab 21.00 Uhr greifen soll.

Daneben aber versprach Bayerns Ministerpräsident in seiner außerplanmäßigen Rede auch neue Hilfsmaßnahmen für Soloselbstständige und Kreativschaffende: "Ich finde, wir sollten uns noch einmal ganz besonders der Kultur widmen", sagte Söder in seiner unter anderem auch via YouTube auf den Seiten des Freistaats nachzuhörenden Rede.

Kultur sei wichtig, weil sie in diesen Zeiten nicht nur ein Wirtschaftszweig sei, betonte der Ministerpräsident: "Künstlerinnen und Künstler geben uns mit ihrer Kunst mehr als nur eine Dienstleistung, sie geben uns oft auch Hoffnung und Freude." Dies könne in den kommenden Wochen und Monaten noch einmal ganz besondere Bedeutung bekommen, unterstrich Söder. "Deshalb finde ich, wir sollten sie besonders unterstützen."

Die bisherigen Programme hätten in diesem Bereich noch nicht die erwünschte Wirkung erzielt, räumte der Ministerpräsident ein: "Etwas, was nicht funktioniert, muss man verbessern. Das tun wir."

Während der Bund noch überlege, einen fiktiven Unternehmerlohn für Soloselbstständige einzuführen, gehe Bayern hier "auf jeden Fall" voraus, kündigte Söder an: "Wir werden ein Künstler-Soloselbstständigen-Programm machen, ähnlich wie Baden-Württemberg, und - ich sage das deutlich - bis die Pandemie vorbei ist." Diesen Vorstoß wolle man in Bayern zudem um ein Spielstättenprogramm erweitern und um ein Stipendienprogramm als Einstiegshilfe für junge Künstler, "die noch gar kein Engagement haben, aber an der Schwelle stehen", wie Söder erläuterte, ohne allerdings bereits Details zum Umfang oder zur Ausgestaltung dieser Hilfspakete zu machen.

"Uns ist Kunst wichtig, und wir glauben, dass es hier in diesen Zeiten eine echte Perspektive braucht." Bayern habe ein "hohes Kunstlevel", sagte Söder, und er wolle nicht, "dass am Ende durch diese Pandemie die ganze Kunst- und Kulturszene in Bayern zerstört ist. Dagegen werden wir uns wehren."

Text: Knut Schlinger