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Opus Klassik setzte ein Zeichen für die Kultur

An gleich zwei Abenden verlieh der Verein zu Förderung der Klassischen Musik den Opus Klassik 2020. Seinen Auftritt im Berliner Konzerthaus nutzte dabei unter anderem der für sein Lebenswerk geehrte Rudolf Buchbinder für einen Appell an die Politik, die Kulturlandschaft nicht zu zerstören.

19.10.2020 16:29 • von
Appellierte an die Politik, Kulturstätten nicht pauschal lahmzulegen: der Pianist Rudolf Buchbinder, hier mit dem Opus Klassik für sein Lebenswerk (Bild: Markus Nass)

An gleich zwei Abenden verlieh der Verein zu Förderung der Klassischen Musik den Opus Klassik 2020. Am 17. Oktober stand dabei zunächst ein Kammerkonzert in der Villa Elisabeth mit unter anderem Annika Treutler, Frank Bungarten oder dem franz ensemble auf der Agenda, gefolgt am 18. Oktober von der TV-Gala mit unter anderem Anne-Sophie Mutter, Jonas Kaufmann oder Diana Damrau im Konzerthaus Berlin, "um möglichst vielen Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne zu bieten und die beeindruckende Vielfalt des Genres zu präsentieren", wie es aus Berlin heißt.

Bei beiden Veranstaltungen verliehen die Initiatoren des Opus Klassik ihre Trophäen an zusammen 48 Preisträgerinnen und Preisträger - "stets unter strengster Einhaltung der Hygienevorschriften". Denn das Thema Corona drückte der Verleihung des Klassikpreises doch deutlich seinen Stempel auf.

Das machte zum Beispiel der Auftritt von Rudolf Buchbinder deutlich: Der österreichische Pianist, der im Konzerthaus den Opus Klassik für sein Lebenswerk in Empfang nahm, nutzte seinen vom ZDF zeitversetzt ausgestrahlten Auftritt für einen Appell an die Politik: "Ich bin nur Diener der großen Meister", gab sich der Künstler bescheiden. Im Dienste dieser großen Meister aber habe er zuletzt bei Konzerten erleben können, mit wie großer Umsicht Veranstalter und Publikum vorgegangen seien, sagte Buchbinder, und holte dann aus: "Deshalb ist es mir unverständlich, weshalb die Politik das alles zunichtemacht und mit neuen pauschalen Beschränkungen Kulturstätten lahmlegt." Buchbinder machte deutlich, dass er keinen blinden Aktionismus fordere, aber: "Wir müssen alles versuchen, dass unsere Kulturlandschaft nicht dauerhaft zerstört wird."

Als Vorstandsvorsitzender des Vereins zur Förderung der Klassischen Musik nutzte auch Clemens Trautmann die Verleihung des Opus Klassik für eine Botschaft: So habe man "gemeinsam" auf und hinter der Bühne "die Stimme erheben" wollen, "damit klassische Musik ihre wichtige Funktion in unserer Gesellschaft weiter wahrnehmen kann", sagte der Musikmanager: "Es ist kein Zufall und statistisch nachweisbar, dass Menschen seit Beginn der Pandemie vermehrt Klassik hören und daraus emotionale Kraft und geistige Anregung beziehen. Ich danke allen Preisträgerinnen und Preisträgern sowie unseren Partnern, die das Wochenende der Klassik unter schwierigsten Bedingungen so inspirierend und gleichzeitig verantwortungsvoll gestaltet haben, für ihr außerordentliches Engagement und für ihre Kunst."

Bereits Anfang September hatte der Verein zur Förderung der klassischen Musik die Sieger des Opus Klassik 2020 in den meisten Kategorien vorgestellt.

Die TV-Übertrag im ZDF erreichte am Sonntagabend 1,43 Millionen Zuschauer, das entspricht einem Marktanteil 7,8 Prozent.

Text: Knut Schlinger