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Veranstaltungswirtschaft traf sich mit Olaf Scholz

Die Vertreter des Bündnisses AlarmstufeRot haben Olaf Scholz bei einem Treffen in Berlin die Notsituation in der Veranstaltungswirtschaft dargestellt. Der Bundesfinanzminister stellte dabei "maßgeschneiderte Programme" in Aussicht.

16.10.2020 14:39 • von Dietmar Schwenger
Trafen sich zum "Retungsdialog" (von links): Patrick Arens, Timo Feuerbach, Jens Michow, Jan Kalbfleisch, Olaf Scholz, Marcus Pohl, Christian Seidenstücker, Helge Leinemann, Sandra Beckmann und Christian Eichenberger (Bild: Alexander Franz)

Die Vertreter des Bündnisses AlarmstufeRot haben jüngst Bundesfinanzminister Olaf Scholz bei einem Treffen in Berlin die Notsituation in der Veranstaltungswirtschaft dargestellt. Dabei ging es um die dramatische Lage der selbständigen Einzelunternehmer ohne Angestellte bis hin zum Betrieb mit bis zu 1000 Angestellten, vom Dienstleister für Wirtschaftsveranstaltungen bis hin zu Musik- und Kulturevents.

Bei dem als "Rettungsdialog" bezeichneten Aufeinandertreffen stellte Scholz in Aussicht: "In einigen Hilfsprogrammen wie den Überbrückungshilfen ist noch Luft, weil sie weniger stark als befürchtet beansprucht wurden. Dies erlaubt maßgeschneiderte Programme etwa für die Veranstaltungswirtschaft."

Die dargelegten Kritikpunkte von AlarmstufeRot umfassen unter anderem die "schädliche" Deckelung der Überbrückungshilfe bei 50.000 Euro, den erdrückenden EU-Beihilferahmen, das Problem der Bedarfsgemeinschaft für die Grundsicherung, den fehlenden Beitrag für die Unternehmereigenleistung, mangelnde Absicherung für Veranstaltungsabsagen und Provisionsausfälle.

Der Austausch zu diesen Anliegen sei "intensiv" gewesen, heißt es in einer Mitteilung. Man habe die Dringlichkeit der noch fehlenden Rettungsmaßnahmen deutlich gemacht. Perspektiven, wie zeitnah Veranstaltungen wieder ermöglicht werden können, seien eingefordert worden.

Als Vertreter der Verbände im Veranstaltungswesen waren Jens Michow (Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft BDKV), Patrick Arens (Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute BSM), Timo Feuerbach (Europäischer Verband der Veranstaltungscentren EVVC), Jan Kalbfleisch (FAMAB Kommunikationsverband), Marcus Pohl (Interessengemeinschaft der selbständigen Dienstleisterinnen und Dienstleister in der Veranstaltungswirtschaft ISDV) und Helge Leinemann (Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik VPLT) vor Ort. Für die Initiative #AlarmstufeRot waren Sandra Beckmann, Christian Eichenberger und Christian Seidenstücker nach Berlin gekommen.

Sie alle traten in den Dialog mit Scholz, der parlamentarischen Staatssekretärin Sarah Ryglewski, Staatssekretär Wolfgang Schmidt und dem Chef der Regierungs-Taskforce Corona-Hilfe Holger Fabig.

Am 28. Oktober 2020 ruft die deutsche Veranstaltungswirtschaft unter Federführung der Initiative #AlarmstufeRot erneut zu einer Großdemonstration nach Berlin auf, um auf die Notlage aufmerksam zu machen. "Viele Betriebe sind mittlerweile insolvent", heißt es in der Mitteilung.