Unternehmen

CISAC will Musik mithilfe von ISWC besser identifizieren

Die CISAC hat die Modernisierung des globalen ISWC-Systems zur Identifizierung von Musikwerken abgeschlossen. Das erneuerte System solle helfen, die "Billionen von Datentransaktionen" zu verwalten, die durch die Zunahme von Musikstreaming entstehen.

24.09.2020 14:05 • von Jonas Kiß
Denkt, dass die Aufwertung des ISWC genau zum richtigen Zeitpunkt kommt: Björn Ulvaeus (Bild: Byline, Olle Andersson. Zap PR)

Die CISAC, der internationale Dachverband der Verwertungsgesellschaften, hat die Modernisierung des globalen ISWC-Systems abgeschlossen.

Der International Standard Musical Works Code (ISWC) stellt den einzig gültigen Standard für die weltweite Identifizierung musikalischer Werke dar. Nun hat die CISAC das ISWC-System zum ersten Mal seit 15 Jahren aktualisiert. Mit der verbesserten Technologie sollen Musikschaffende ihre Werke "in der immer wichtiger werdenden Musikstreaming-Umgebung besser verfolgen und schneller vergütet werden können", wie der CISAC wissen lässt. Das erneuerte ISWC-System solle helfen die "Billionen von Datentransaktionen" zu verwalten, die durch die Zunahme des Musikstreamings entstehen.

Nach einer Umstellung im Juli 2020 sind bereits über 100 Autorengesellschaften wie die GEMA oder die US-amerikanische ASCAP auf das neue System umgestiegen. In Kürze sollen es auch Verlage und digitale Musikplattformen nützen können.

In den letzten 15 Jahren wurden bereits mehr als 50 Millionen ISWC-Codes für Musikwerke vergeben. Nach eigenen Angaben seien die Einnahmen der CISAC-Gesellschaften für digitale Musik 2019 um 27 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro gestiegen und hätten sich in den letzten fünf Jahren fast verdreifacht, obwohl sie bis jetzt trotzdem nur 22 Prozent aller Verwertungseinnamhen ausmachen würden.

Das Upgrade des ISWC-Systems komme zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da Songwriter auf der ganzen Welt in diesem Jahr "den Zusammenbruch ihrer traditionellen Einkommensquellen", insbesondere von Live-Konzerten und öffentlichen Auftritten, erlebt hätten.

"Die Aufwertung des ISWC könnte für Songwriter und Komponisten, die heute mehr denn je von digitalen Einkommen für ihren Lebensunterhalt abhängig sind, nicht zu einem günstigeren Zeitpunkt kommen", meint CISAC-Präsident Björn Ulvaeus: "Der ISWC ist eines der wichtigsten Kennzeichen in der Musikindustrie, und ich freue mich, dass die Aufrüstung nun abgeschlossen ist und sektorweit umgesetzt wird."

Das neue ISWC-System bringe den Gesellschaften außerdem einige andere Vorteile wie eine größere Genauigkeit und Geschwindigkeit. So vergibt die CISAC die Codes ab sofort zentral anstatt über die einzelnen Gesellschaften, um Doppelungen und Ungenauigkeiten zu vermeiden. Die zentrale Zuweisung soll garantieren, dass jedes Lied nur einen einzigen Code erhält. Zudem soll das System schneller sein, sodass ein Song, der bei Spotify, Amazon, Apple Music oder anderen digitalen Diensten Verwendung findet, ohne Verzögerung monetarisiert werden könne.

"Der ISWC ist ein wichtiger Standard für den internationalen Daten- und Zahlungsaustausch", sagt Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA: "Zur Erfüllung seiner wichtigen Rolle benötigt der ISWC ein zukunftssicheres Managementsystem, das die Genauigkeit der Daten unterstützt. Wir begrüßen die Einführung des neuen ISWC-Verwaltungssystems sehr und freuen uns auf die damit verbundenen Vorteile für die Urheber und Verleger".