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Jeder dritte UK-Musiker vor dem Jobwechsel

Die Corona-Krise sorgt auch in Großbritannien weiterhin für massive Einschnitte im Musikleben. Laut einer Umfrage der Musicians' Union denken bereits 34 Prozent aller professionellen Musiker darüber nach, der Musikwirtschaft den Rücken zu kehren, knapp neun von zehn fühlen sich von der Politik im Stich gelassen.

22.09.2020 12:42 • von
Sieht Profimusiker in der Corona-Krise weiter massiv beeinträchtigt: Horace Trubridge, Generalsekretär der MU (Bild: musiciansunion.org.uk, Screenshot)

Die Corona-Krise sorgt auch in Großbritannien weiterhin für massive Einschnitte im Musikleben. Laut einer Umfrage der Musicians' Union unter 2000 ihrer rund 32.000 Mitglieder denken bereits 34 Prozent aller professionellen Musiker darüber nach, der Musikwirtschaft ganz den Rücken zu kehren, fast jedes zweite Mitglied der Musikergewerkschaft sah sich bereits gezwungen, nach anderen Verdienstmöglichkeiten zu suchen.

Angesichts auslaufender Notfallregeln fühlen sich zudem 88 Prozent oder knapp neun von zehn von der Politik und besonders dem DCMS-Ministerium für Digitales, Kultur, Medien und Sport im Stich gelassen, heißt es laut dem jüngsten "Covid-19 Impact Poll" der Musicians' Union.

"Diese Zahlen sind verheerend und zeigen, wie viele Musiker finanziell schwer zu kämpfen haben", bilanziert Horace Trubridge. Der Generalsekretär der MU verweist zudem auf "den Domino-Effekt", den Auftritte von Musikern auch auf Einnahmen von Lichttechnikern oder Ticketverkäufern hätten: "Wenn ein Musiker arbeitslos ist, können Sie sicher sein, dass auch viele andere betroffen sind."

Zwar wisse man die Maßnahmen der Regierung in Sachen Überbrückungshilfen zu schätzen, doch dürfe man die Musiker jetzt angesichts der weiterhin bestehenden Abstandsregeln und Kapazitätsgrenzen nicht im Stich lassen. Trubridge sieht einen möglichen Schlüssel darin, mehr Zuschauer zuzulassen: "Wir fordern die Regierung auf, bei der Platzvergabe ein System einzuführen, das die potenziellen Einnahmen der Spielstätten auf 60 Prozent steigen ließe und somit Musikern und der gesamten Branche eine Lebensader bieten würde."

Schon zu Beginn der Coronoavirus-Pandemie hatte die MU die Verdienstausfälle durch abgesagte Konzerte und Festivals auf mindestens 14 MIllionen Pfund hochgerrechnet.