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Corona-Krise bremst französischen Musikmarkt ein

Die Musikunternehmen Frankreichs erzielten im ersten Halbjahr 2020 im Geschäft mit Recorded Music Umsätze auf Vorjahresniveau. Vor Jahresfrist fiel noch ein prozentual zweistelliges Umsatzplus an, zum Jahresende hatte der SNEP-Branchenverband das im Vergleich zu den Vorjahren höchste Umsatzplus verbucht.

21.09.2020 13:13 • von
Schwarze Null zum Halbjahr: die zuletzt noch dynamisch wachsenden Umsätze im französischen Musikmarkt kamen im ersten Halbjahr 2020 im Zuge der Corona-Krise noch gerade so aufs Vorjahresniveau (Bild: SNEP-Präsentation, Screenshot)

Die Musikunternehmen Frankreichs erzielten im ersten Halbjahr 2020 im Geschäft mit Recorded Music Umsätze auf Vorjahresniveau. Laut der jüngst vom Branchenverband Syndicat National de l'Edition Phonographique (SNEP) vorlegten Zwischenbilanz setzte die Labels von Anfang Januar bis Ende Juni rund 279 Millionen Euro um, und verbuchten dabei ein knappes Plus von 0,4 Prozent. Während der französische Digitalmarkt in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um 17,7 Prozent auf Einnahmen von 223 Millionen Euro wuchs, brach das physische Geschäft um 36,8 Prozent auf gerade einmal noch 56 Millionen Euro ein.

Zum Vergleich: Zum Halbjahr 2019 wies der SNEP-Branchenverband noch ein Umsatzplus in Höhe von 12,7 Prozent aus, im Gesamtjahr lagen die Zuwächse in Frankreich immerhin noch bei 5,4 Prozent - damit lag der französische Musikmarkt im vierten Jahr in Folge auf Wachstumskurs, und verbuchte zudem das im Vergleich zu den Vorjahren höchste Umsatzplus.

Aus Streaming entfielen nun im ersten Halbjahr 2020 mit 76 Prozent der Umsätze bereits mehr als drei Viertel des französischen Umsatzkuchens, vor Jahresfrist waren es mit 63 Prozent noch nicht einmal zwei Drittel. Der Verkauf von CDs und Vinyl-LPs steuerte noch 20 Prozent zu den Einnahmen der Plattenfirmen bei, im ersten Halbjahr 2019 waren es noch fast ein Drittel.

Text: Knut Schlinger