Livebiz

190 Entlassungen bei D.Live

Zehn Festangestellte und 180 Aushilfen, kurzfristig Beschäftigte und per Abrufvertrag arbeitende Mitarbeiter - vor allem aus dem Gastronomiebereich - haben bei D.Live eine Kündigung erhalten.

07.09.2020 13:35 • von Dietmar Schwenger
Muss Mitarbeiter entlassen: D.Live-Chef Michael Brill (Bild: D.Live)

Zehn Festangestellte und 180 Aushilfen, kurzfristig Beschäftigte und per Abrufvertrag arbeitende Mitarbeiter - vor allem aus dem Gastronomiebereich - haben bei D.Live eine Kündigung erhalten, wie D Live-Sprecher Stefan Korff der Zeitung "Express" bestätigt. Die meisten Betroffenen seien weniger als zwei Jahre bei der Düsseldorfer Betreibergesellschaft beschäftigt, vier nun gekündigte Mitarbeiter waren allerdings 15 bis 20 Jahre bei dem Unternehmen oder seinen Vorgängerorganisationen im Dienst.

Auch seien Mitarbeiter aus den Bereichen Booking oder Event Management nicht betroffen, wie MusikWoche auf Nachfrage erfuhr. Weil das von Michael Brill geführte Unternehmen D.Live eine 100-prozentige Tochter der Stadt Düsseldorf ist, hat die Kommune den betroffenen Festangestellten angeboten, in ihre Dienste zu wechseln. Ein Mitarbeiter habe gar ein vertragliches Rückkehrrecht in den Dienst der Stadt.

D.Live selber teilt in einem Statement mit: "Wir als Unternehmen sind sowohl dem Allgemeinwohl als auch dem Wohle unserer Mitarbeiter*innen verpflichtet. Sämtliche Abläufe und Prozesse überprüfen wir ständig auf Ihre Wirtschaftlichkeit, und zwar - unabhängig von der Corona-Pandemie - anhand von wirtschaftlichen Kennzahlen."

Vor Gründung der D.Live sei im operativen Betrieb der Spielstätten Merkur Spiel-Arena, ISS Dome, Mitsubishi Electric Halle und Castello Düsseldorf ein erheblicher Fehlbetrag erwirtschaftet worden, den die Gesellschaft bereits 2019 "in ein deutliches Plus" habe drehen können. Gleichzeitig biete man weiterhin 138 Mitarbeitern und Aushilfen einen guten und sicheren Arbeitsplatz und den Bürgern der Landeshauptstadt Düsseldorf "erstklassige Events, die zu einem hervorragenden Stadtmarketing beitragen, mit dem wir auch die Arbeitgeberattraktivität der hier ansässigen Unternehmen steigern".

"Leider musste die Geschäftsführung der D.Live die unternehmerische Entscheidung treffen, den 2018 aufgebauten Geschäftszweig der eigenen Gastronomie aufzugeben und die Gastronomie durch ein externes Fachunternehmen durchführen zu lassen. Auf diese Art und Weise ist es uns zukünftig möglich, den Besucher*innen ein Gastronomieangebot zu bieten, mit dem die D.Live ohne jedes Kostenrisiko sichere Einnahmen erzielen wird, die letztlich wieder der Allgemeinheit zu Gute kommen", heißt es in der Stellungnahme weiter.

Diese Entscheidung habe nichts mit der Corona-Pandemie zu tun. "Es geht schlicht darum, die Venues wirtschaftlich sinnvoll, mit möglichst geringem (wirtschaftlichen) Risiko zu betreiben und dabei den Besuchern unserer Venues ein bestmögliches Event-Erlebnis zu bieten. "Darüber hinaus wurde in den letzten Jahren deutlich, dass sich die Arbeitsabläufe der D.Live stark verändert haben. Das gilt insbesondere für sogenannte Admin-Tätigkeiten, die über die letzten Jahre in unserem Unternehmen so gut wie gar nicht mehr angefallen sind."

Gemeinsam mit dem Betriebsrat habe D.Live in einem Interessenausgleich und Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiter sozialverträgliche Lösungen gefunden. "Zu guter Letzt freuen wir uns sehr, dass wir den Mitarbeiter*innen unseres Unternehmens - trotz der für uns absolut unsicheren Geschäftsaussichten - ebenfalls weiterhin eine sichere Perspektive bieten können. Denn mit unserem Betriebsrat haben wir im Sozialplan vereinbart, dass weitere betriebsbedingte Kündigungen bis einschließlich 31. März 2021 ausgeschlossen sind. Dadurch bringen wir deutlich zum Ausdruck, dass die leider noch andauernde Corona-Pandemie weiterhin bei uns nicht zu betriebsbedingten Kündigungen führen wird."