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Festival für Festivals generierte 350.000 Euro

Das Festival für Festivals erlebte vom 21. bis 23. August 400.000 Streamingzuschauer, und es mobilisierte zudem rund 20.000 Festivalfans zur Teilnahme an diversen virtuellen Challenges. 350.000 Euro kamen zur Unterstützung der Festivalszene zusammen.

27.08.2020 16:47 • von Frank Medwedeff
Begeistert von der großen Resonanz: Mitinitiator Johannes Jacobi von "Höme" (Bild: Olfert Poelen)

Vom 21. bis 23. August 2020 mobilisierte das virtuelle Festival für Festivals laut den Organisatoren bundesweit rund 20.000 Festivalfans, die sich in zahlreichen virtuellen Challenges "duellierten". Das Event warb um Aufmerksamkeit und Spenden für die um ihre Existenz kämpfende Festivallandschaft und vereinte 156 Veranstaltungen. Dabei wurden 350.000 Euro für die betroffenen Festivals gesammelt und im Vorfeld 6000 Boxen & Bändchen verkauft, die das Festivalfeeling ins Wohnzimmer lieferten.

Der in Zusammenarbeit mit Alex Berlin, den beteiligten Festivals und zahlreichen Künstler*innen sowie Festivalmacher*innen produzierte Stream habe 400.000 Zuschauer*innen vor die Bildschirme gelockt. Die Challenges, die in einer extra programmierten App absolviert wurden, haben in der App und den Social Feeds demnach 7,98 Millionen Views gesammelt.

Wer die "Social Wall Of Death" auf festivalfuerfestivals.de im Blick oder die eigens für das Wochenende programmierte "Festivalcamp"-App installiert hatte, wurde Zeuge, wie sich rund 20.000 aktive Festivalfans in etlichen Festival Challenges maßen. Dabei wurden laut den Organisatoren "waghalsige Zeltkonstruktionen auf dem Dach des Elternhauses gebaut, Logos der Lieblingsfestivals tätowiert, Zelte in die Frisur rasiert, Songs für die Herzensveranstaltung geschrieben, Bierdosen mit Hilfe von Pferden geöffnet, Menschen mit Gaffa-Tape zu Engeln oder anderen Kunstwerken modelliert, zehn Meter hohe Bierdosentürme gebaut - aber auch Gebärdensprache gelernt, auf spaßige und trotzdem nachhaltige Weise Müll gesammelt und das faire Festival der Zukunft geplant".

Selbst eine Heirat im Rahmen des Online-Festivals habe man vermelden können, und Menschen, die sich über die zur Veranstaltung gehörende WhatsApp-Gruppe kennenlernten, reisten demnach quer durchs Land, um gemeinsam ein Wochenende Festivals zu feiern. Für jede gelöste Challenge konnten die teilnehmenden Camps Punkte gewinnen - das Siegerteam "Korniville" gewann am Ende kostenfreien Zugang zu allen 156 Festivals, die an der Aktion teilnahmen - für den nächsten Festivalsommer.

Das im Digitalen und in den Gärten, auf den Balkonen oder in den Wohnzimmern des Landes stattfindende Festival für Festivals wurde initiiert vom Magazin "Höme - Für Festivals", das das Projekt mit einem größtenteils ehrenamtlichen Team von über 50 Menschen umsetzte, um auf die schwierige Situation der Festivals in der Coronakrise aufmerksam zu machen, um Spenden zu sammeln - und um den Festivalfans ein Wochenende lang den so hart vermissten Festivalspaß zu bieten.

Dabei wurden am Ende 350.000 Euro für die teilnehmenden 156 Festivals gesammelt, deren Bandbreite "vom kleinen alternativen Techno-Festival bis zum gut bekannten Metal Festival" reichte. Die "Macher*innen" seien selbst "noch immer ein wenig ergriffen von dieser regen Anteilnahme und dem positiven Feedback, das sie aus den Camps erreichte".

Johannes Jacobi von "Höme - Für Festivals" sagt dazu: "Wir sind unglaublich glücklich und stolz, dass wir so viele unterschiedliche Festivals vereinen konnten. Das allein ist ein starkes Signal und zeigt, was aus einer Zusammenarbeit dieser Größe auch in Zukunft noch entstehen kann. Dass am Wochenende nun derartig viele Festivalfans so aktiv waren und wortwörtlich Festivals gefeiert haben, hat uns komplett überrollt und kam dann doch etwas unerwartet. Wir möchten jeder einzelnen Person danken, die die Festivalkultur an diesem Wochenende hat hochleben lassen."

Neben den Challenges gab es über das gesamte Wochenende ein vielfältiges Programm auf drei digitalen Bühnen. In Zusammenarbeit mit dem Sender Alex Berlin und zahlreichen Festivalmacher*innen und Künstler*innen konnte man in Echtzeit am Festival für Festivals teilnehmen, von der" Anreise samt Staumeldung" über den Aufbau des Camps bis hin zur Aftershow-Party und der "verkaterten Abreise".

Dabei diskutierten zum Beispiel Musikerin Antje Schomaker mit Erhard Grundl von den Grünen über den Status Quo der Festivallandschaft, Blond luden zum Festivalquiz, Pöbel MC spielte ein exklusives Campingkonzert, das Immergut und das Zurück zu den Wurzeln Festival luden zum Katerfrühstück. Darüber hinaus spielte zum Beispiel MC Fitti mit dem Team des Podcasts "Niemand muss ein Promi sein" ein Festivalberufe-Raten, die Toten Crackhuren im Kofferraum moderierten das Festivalbingo, Klan, die Green Music Initiative und das Futur 2 Festival schmissen den Sonntagsfrühschoppen und Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys moderierten die Festivaledition der Kultsendung "Herzblatt". Dazu gab es Dokus und Konzertmitschnitte von Acts wie Thees Uhlmann, Audio 88 & Yassin, Adam Angst, Mighty Oaks, Hundreds, Joris, Bosse, Kraftklub, Frittenbude, Judith Holofernes, Martin Kohlstedt, The Wombats, BHZ, Jens Lekman, Dear Reader und vielen anderen. Zahlreiche Inhalte und Infos finden sich weiterhin auf festivalfuerfestivals.de.