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GVL "überrascht" von Online-Petition

Die GVL (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten) reagiert auf Nachfrage von MusikWoche auf die Online-Petition #fairchangeGVL, in der strukturelle Veränderungen gefordert werden. Die GVL gibt sich nun "überrascht".

21.08.2020 10:46 • von Dietmar Schwenger
Reagieren auf eine Online-Petition: Guido Evers (links) und Tilo Gerlach von der GVL (Bild: Dirk Deckbar)

Die GVL (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten) reagiert auf Nachfrage von MusikWoche auf die Online-Petition #fairchangeGVL, in der strukturelle Veränderungen gefordert werden. Die Petition habe die Gesellschaft "überrascht", heißt es in einem Statement. "Nicht wegen ihres Inhalts, sondern weil die Forderungen weitestgehend denen der offenen Briefe entsprechen, die kürzlich hier in der MusikWoche und in Blickpunkt:Film veröffentlicht wurden. Wir hatten die Briefe direkt beantwortet und allen Unterzeichnern Gespräche über die Kritikpunkte angeboten. Offensichtlich wurden unsere Antworten und die Gesprächsangebote der Komplexität der Thematik oder den Erwartungen der Adressaten nicht gerecht. Denn keines der Gesprächsangebote wurde angenommen."

Man wolle "gern" dem zusätzlichen Informationsbedarf, den die Zeichner der Petition geäußert haben, Rechnung tragen. "Deswegen haben wir in einem ersten Schritt alle Antworten der GVL auf die offenen Briefe online gestellt. Antworten auf die Fragen, die neu in der Petition gestellt wurden, werden wir auf dieser Seite ergänzen. Auf der Website der GVL besteht überdies die Möglichkeit, in den Dialog zu treten. Auch Feedback zu unserer Kommunikation nehmen wir gern entgegen."

Die GVL betont abschließend: "Der Alltag der GVL ist gefüllt mit hunderten Kontakten zu ausübenden Künstlern und Musiklabels zu einer Vielzahl von Themen - im Fokus stehen dabei stets die Interessen unserer Berechtigten. Mit ihnen sind wir im ständigen Austausch ebenso wie mit unseren Gesellschaftern und Delegierten, und wir scheuen nicht die kritische Auseinandersetzung. Wir hoffen, auch den Dialog mit den Zeichnern der Petition wieder aufnehmen und fortsetzen zu können. Unser Gesprächsangebot steht."

Die Petition, die unter anderem Musiker, Tonträgerhersteller und Schauspieler unterzeichnet haben erhält vier Kernforderungen. Neben der Einhaltung der Verteilungsfristen nach dem Verwertungsgesellschaftengesetz und einem aktiven Engagement der GVL für digitale Nutzungsformen fordert die Petition die Änderung der Gesellschaftsform der GVL von einer privatrechtlichen GmbH hin zu einem Verein bürgerlichem Rechts wie bei der GEMA oder der VG Bild Kunst sowie mehr Transparenz im Geschäftsbetrieb der GVL.