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Liveverbände legen Konzeptpapier zur Wiederöffnung vor

In einem Konzeptpapier, das die Verbände bvvs und VPLT gemeinsam erstellt haben und die Verbände APWPT, EVVC, FAMAB, IgPV, ISDV, LiveKomm sowie VDT inhaltlich begleiten, schlagen die Initiatoren erste Schritte vor, wie Politik und Wirtschaft, Behörden, Veranstalter und Fachplaner die Branche "langsam wieder in den Normalbetrieb" hochfahren könnten.

18.08.2020 11:58 • von Dietmar Schwenger
Aus dem Konzeptpapier von VPLT und bvvs: eine Grafik zu Mindestabständen (Bild: VPLT)

In einem Konzeptpapier, das der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik (VPLT) und der Bundesverband Veranstaltungssicherheit (bvvs) gemeinsam erstellt haben und die Verbände APWPT, EVVC, FAMAB, IgPV, ISDV, LiveKomm sowie VDT inhaltlich begleiten, schlagen die Initiatoren erste Schritte vor, wie Politik und Wirtschaft, Behörden, Veranstalter und Fachplaner die Branche "langsam wieder in den Normalbetrieb" hochfahren könnten. Man benötige "dringend" eine Öffnungsstrategie, heißt es aus Hannover.

"Wer aber heute bereits Veranstaltungen oder Messen planen oder sogar umsetzen möchte, der sieht sich mit unzähligen Problemen konfrontiert: Corona-Verordnungen sind zum Beispiel länderübergreifend nicht einheitlich, Flächenvorgaben wiederum nicht realistisch genug. Es fehlt an dem einen übergeordneten Blick, der Anweisungen und Maßnahmen der Genehmigungsbehörden deutschlandweit harmonisiert", teilen die Verbände mit.

"Außerdem laden wir alle Verantwortlichen in Verbänden und Politik mit diesem Konzeptpapier ein, in den gemeinsamen Dialog zu treten. Ein weiterer Vorschlag ist daher ein runder Tisch: An ihn setzen sich - ganz real und natürlich mit sicherem Abstand - alle Verantwortlichen. Im direkten Gespräch und Austausch finden wir dann für die geschilderten Probleme noch effizienter wirksame Lösungen", schlägt man vor.

Weiter heißt es in dem Papier: "Als Veranstaltungswirtschaft brauchen wir das Vertrauen der Politik, der Mitarbeiter in den Unternehmen und natürlich das der Besucher, die unsere Events besuchen. Die positive und breite Resonanz auf solche wie aktuell die Night Of Light belegen: Den Menschen sind Veranstaltungen wichtig. Eine Basis für mehr Vertrauen müssen und können wir als Veranstaltungsbranche liefern."

Oft geht es dabei auch um eine Übersetzungshilfe zwischen Genehmigungsbehörden auf der einen und Veranstaltern auf der anderen Seite. "Große Missverständnisse gibt es auch immer noch bei der scheinbar banalen Flächenvorgabe pro Besucher: Die zurzeit geforderte Quadratmeterzahl pro Person ist für die spätere Umsetzung zumeist deutlich zu hoch eingeschätzt. Die Auflagen zum Schutz der Besucher sind aus gesundheitspolitischen Erwägungen richtig. Dennoch produzieren sie zusätzliche Kosten für die Unternehmen. Außerdem mindert die begrenzte Anzahl von Teilnehmern und der möglichen Kontakte auf Messen die Umsätze erheblich."

Zudem betont man: "Die Corona-Krise mit ihrer Bedrohung für die Veranstaltungswirtschaft zeigt, wie wichtig es ist, die vielen unterschiedlichen Verbände unserer Branche mit ihren verschiedenen Interessen unter einem Dach zu vereinen. Erste Lösungsansätze beziehungsweise Konzeptpapiere, die einzelne Verbände aktuell anbieten, sind zu stark auf ihre partikulären Interessen fokussiert."