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Berliner Live-Branche richtet Brief an Bürgermeister

Um auf die "desolate und katastrophale" Situation in der Veranstaltungsbranche aufmerksam zu machen, hat ein breites Bündnis von Berliner Veranstaltern, Künstlern, Veranstaltungsstätten und Dienstleistern am 11. August einen offenen Brief an den Regierenden Bürgermeister von Berlin Michael Müller übergeben.

11.08.2020 17:08 • von Jonas Kiß
Soll durch den Brief zu einem Gespräch mit der Branche aufgefordert werden: Michael Müller (Bild: Susie Knoll)

Um auf die "desolate und katastrophale" Situation in der Veranstaltungs- und Eventbranche aufmerksam zu machen, hat ein breites Bündnis von Berliner Veranstaltern, Künstlern, Veranstaltungsstätten und Dienstleistern am 11. August 2020 einen offenen Brief an den Regierenden Bürgermeister von Berlin Michael Müller übergeben.

Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem der Admiralspalast, Booking United, Concertbüro Zahlmann, Filter Music Group, die Mercedes-Benz Arena, Semmel Concerts, Trinity Music oder die Verti Music Hall.

In dem Brief fordern sie als "gesamte Veranstaltungs- und Eventbranche Berlins mit allen dazugehörigen Gewerken" einen sofortigen Gesprächstermin mit Bürgermeister Michael Müller, "um schnelle Lösungen zum Überleben für uns und die entsprechend partizipierenden Branchen zu finden und umzusetzen".

Da Veranstaltungen "in wirtschaftlich sinnvollen Größenordnungen" seit März 2020 behördlich verboten seien, bedeute dies "in den Kernkompetenzen der betroffenen Gewerke" einen 100-prozentigen Umsatzverlust bei weiterlaufenden Fixkosten. Es drohe ein massives Firmensterben sowie zahlreichen, qualifizierten Arbeitnehmern die Arbeitslosigkeit.

Um den Spielbetrieb wieder in reguläre Bahnen zu führen, zeigen sich die Veranstalter gern bereit, "zusammen mit den Behörden einheitliche Hygienekonzepte nach aktuellem Stand der Wissenschaft zu erstellen, zu evaluieren und fortzuschreiben".

Da die aktuell gültige Verordnung für Veranstaltungen mit Ablauf des 24. Oktober außer Kraft trete, bedürfe es "darauf aufbauend einer klaren und verbindlichen Perspektive". So fordern die Unterzeichner des Briefs eine stufenweise Kapazitätserhöhung der Veranstaltungen mit 60 Prozent ab dem 25. Oktober, 80 Prozent ab 1. Dezember und einer maximalen Kapazität ab 1. Januar 2021.

Zudem fordern sie zusätzliche finanzielle Unterstützung, "um gleichberechtigt zu den subventionierten Spielstätten den Betrieb aufrechterhalten zu können" und für 2021 "eine Erhöhung der zulässigen Anzahl von Open Air Konzerten in Berlin, um so wenigstens die Möglichkeit zu haben, in 2020 ausgefallene Konzerte nachholen zu können".

Wenn die pandemische Entwicklung weiterhin keine wirtschaftlich sinnvollen Veranstaltungen zulasse, wolle man zudem eine "100-prozentige Entschädigung für alle betroffenen Unternehmen und Selbstständigen der Veranstaltungswirtschaft".