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Ministerium zweifelt rechtliche Grundlage für Düsseldorf-Konzert an

Kurz nachdem Live Nation erklärt hatte, am 4. September ein Konzert für bis zu 13.000 Besucher in Düsseldorf veranstalten zu wollen, greift nun das NRW-Gesundheitsministerium ins Geschehen ein. Das Konzept sei nicht mit dem Land abgestimmt worden, erklärt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

07.08.2020 17:21 • von Dietmar Schwenger
Meldet Zweifel an dem Düsseldorfer Konzert an: NRW Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (Bild: MAGS NRW)

Kurz nachdem Live Nation erklärt hatte, am 4. September 2020 ein Konzert für bis zu 13.000 Besucher in Düsseldorf veranstalten zu wollen, greift nun das NRW-Gesundheitsministerium ins Geschehen ein. Das Konzept sei nicht mit dem Land abgestimmt worden, erklärt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann laut einer dpa-Meldung. Man habe "begründete Zweifel an der rechtlichen Grundlage" der Veranstaltung in der Merkur Spiel-Arena, wo unter anderem Bryan Adams, Sarah Connor und The BossHoss auftreten sollen.

Das Ministerium habe das Düsseldorfer Gesundheitsamt nun angewiesen, "unverzüglich die Rechtsgrundlage für diese Genehmigungsentscheidung darzustellen", heißt es in der Meldung.

Live Nation hingegen hatte zuvor mitgeteilt, dass die Planungen für das Konzert in enger Abstimmung mit den Behörden liefen. Dabei werde dem Infektionsschutz "in vollem Umfang Rechnung getragen". Zu dem Hygienekonzept gehören unter anderem die Verpflichtung der Besucher, Masken zu tragen, ein Abstand von 1,50 Metern zwischen den Sitzplätzen, personalisierte Tickets, erweiterte Zugangs- und Wartebereiche, zeitlich abgestufte Ein- und Auslass-Slots, Desinfektion und zusätzliche sanitäre Maßnahmen sowie ein Alkoholverbot.

"Die Synchronisation mit den Düsseldorfer Behörden und der Merkur Spiel-Arena war für uns von Anfang an Grundlage dieses Projekts", hatte Marek Lieberberg, CEO Live Nation, erklärt. "Dies werden wir während und nach der Veranstaltung fortsetzen, um ein positives Beispiel zu geben, wie Großveranstaltungen in Zeiten von Corona aussehen können."

In der "FAZ" kommentiert derweil Stephan Thanscheidt, Geschäftsführer FKP Scorpio: "Das Projekt ist ein weiteres Signal und sorgt für eine derzeit äußerst notwendige Aufmerksamkeit in Bezug auf für die Live Entertainment-Branche. Wirtschaftlich betrachtet ist mit einem Viertel bis maximal einem Drittel der Gesamtkapazität, erhöhten Logistik- und Hygienemaßnahmen und unter normalen Gagen- und Kostenstrukturen, aber definitiv kein Geld zu verdienen."

Ähnlich sieht das auch BDKV-Präsident Jens Michow: "Man sollte sich nicht dadurch trügen lassen, dass Veranstalter es zunehmend wagen, trotz der Restriktionen wieder Gehversuche im Konzertgeschäft zu machen." Es handele sich zumeist "um selbstverordnete Beschäftigungstherapien für die Mitarbeiter und auch die Künstler. Künstler und Veranstalter sind einfach verzweifelt und verfahren nach dem Motto: Besser etwas als gar nichts tun", so Michow in der "FAZ".