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Qobuz meldet steigende Downloadzahlen

Der Musikstreaming- und Downloadservice Qobuz hat während des Corona-Lockdowns erhebliche Steigerungen beim Downloadkonsum registriert.

06.08.2020 17:37 • von Frank Medwedeff
Interpretiert das Hörverhalten seiner Nutzerschaft: Qobuz (Bild: Qobuz)

Der Musikstreaming- und Downloadservice Qobuz veröffentlicht Zahlen zum Konsumverhalten seiner NutzerInnen im ersten Halbjahr dieses Jahres. Entgegen dem Trend, den andere Online-Musikanbieter verkündeten, seien demnach beim digitalen Hi-Res-Musikanbieter Qobuz im Frühjahr 2020 die Downloadzahlen "erheblich" gestiegen, so in Deutschland beispielsweise zwischen März und April von 16 auf 58 Prozent. Auch die Nutzung des Streamingangebots habe bei Qobuz in dieser Zeit, "anders als bei seinen Mitstreitern", zugenommen.

Als Begründung nennt das Unternehmen zwei verschiedene Erklärungsansätze:

1. Die Art des Musikhörens: Die Qobuz-Hörerschaft lege hohen Wert auf eine ausgezeichnete Audioqualität und tendiere daher dazu, Musik in Ruhe zuhause und mit hochwertigen Hi-Fi-Abspielgeräten zu genießen. Außerdem entdeckten Qobuz-NutzerInnen neue Lieblingsmusik meist durchs Streamen, "entscheiden sich letztlich aber für den Kauf ihrer Favoriten". Durch die Schließung von Geschäften während des Corona-Lockdowns "kauften sie Alben in dieser Zeit möglicherweise vermehrt digital als Download, anstatt auf CD oder Vinyl", wie Qobuz verkündet.

2. Die Wertschätzung des künstlerischen Schaffens: Qobuz habe im April und Mai KünstlerInnen und RechteinhaberInnen mit "100 Prozent der Download- und Streamingeinnahmen aus neuen Abonnements unterstützt". Damit wollte der Dienst seinen Teil dazu beitragen, den durch abgesagte Live-Auftritte entstandenen Verlust "zumindest etwas auszugleichen". Die Qobuz-Nutzerschaft liebe gute Musik und sei bereit, "etwas dafür zu zahlen, um die Musikschaffenden für ihre Kunst entsprechend zu vergüten". Und wie Qobuz-CEO Denis Thébaud zu sagen pflege: "Musik zu lieben, bedeutet auch und vor allem, diejenigen zu lieben, die sie machen."

Als weiteren interessanten Fakt zum Musikkonsum während des Corona-Lockdowns stellt Qobuz heraus, dass die durchschnittliche Stundenanzahl des Musikhörens pro Abonnent oder Abonnentin sich in den Morgenstunden um 24 Prozent und am Nachmittag um 20 Prozent erhöht habe.