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Google zieht bei Play Music bald den Stecker

Schon mit dem Start von YouTube Music Mitte 2018 war klar, dass Google Play Music keine große Zukunft haben wird. Nun kündigt der Konzern das Aus für den 2011 lancierten Musikdienst an. Schon in wenigen Wochen soll Google Play Music Geschichte sein.

05.08.2020 10:43 • von
Geschichte wird gemacht: für Google Play naht das Aus, mit YouTube Music ist die konzerninterne Nachfolgeregelung längst gefunden (Bild: blog.youtube, Screenshot)

Schon mit dem Start von YouTube Music Mitte 2018 war klar, dass Google Play Music keine große Zukunft haben wird. Nun kündigt der Konzern das Aus für den 2011 als Musikverwaltung samt Downloadstore lancierten und 2013 um ein Streamingangebot erweiterten Musikdienst an, der zwischenzeitlich auf Namen wie Google Play All Access oder YouTube Music Key hörte. Schon in wenigen Wochen soll Google Play Music Geschichte sein.

Über einen Beitrag auf den YouTube-Blogseiten informiert Google die Nutzer von Play Music über die schrittweise anstehenden Veränderungen und fordert sie auf, Musiksammlungen oder Playlists über ein bereits im Mai eingeführtes Tool auf YouTube Music zu übertragen. Ab Ende August und bis in den Oktober hinein sollen dann verschiedene Funktionen von Play Music nicht mehr zur Verfügung stehen, im Dezember schließlich werde YouTube Music das bisherigen Play Music ganz ersetzen. Auch individuelle Bibliotheken sollen dann nicht länger verfügbar sein.

Im Gespräch mit der britischen "BBC" gesteht Brandon Bilinski, der als Head Of Product für YouTube Music vorgestellt wird, dass die einstige Entscheidung für den Namen Google Play Music "interessant" gewesen sei, denn der Markenkern von Google stehe ansonsten nicht unbedingt für Musik und Entertainment - oder, wie die "BBC" Bilinski in einem ganz offenbar nur durch wenige konzerninterne Abstimmungsprozesse weichgespülten Satz sagen lässt: "Google doesn't scream entertainment and media".

Mit Zahlen zur Entwicklung von YouTube Music und Google Play Music hat sich Google stets bedeckt gehalten. Mitte 2019 indes hieß es, das die beiden Musikstreamingdienste zusammen angeblich über 15 Millionen Abonnenten zählen sollten.

Text: Knut Schlinger