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Universal Music zum Halbjahr im Plus, Corona dämpft aber die Dynamik

Die Universal Music Group schloss das erste Halbjahr 2020 mit Zuwächsen beim Umsatz ab, konnte aber das im ersten Quartal noch prozentual zweistellige Plus im Zuge der Corona-Krise nicht halten. Betroffen sind unter anderem physischen Verkäufe und das Merch-Geschäft. An den Börsenplänen will der Vivendi-Mutterkonzern derweil festhalten.

31.07.2020 11:06 • von
Aufwärts in Sachen Recorded Music und Publishing, abwärts im physischen Geschäft und im Merchandising: die Bilanz der Universal Music Group fürs erste Halbjahr 2020 (Bild: Vivendi-Präsentation, Screenshot)

Die Universal Music Group schloss das erste Halbjahr 2020 mit Zuwächsen beim Umsatz ab und legte auch beim Vorsteuerertrag zu. Das zeigt die Zwischenbilanz für den Zeitraum von Anfang Januar bis Ende Juni, die der Vivendi-Mutterkonzern am Abend des 30. Juli nach Börsenschluss vorlegte.

Demnach erzielte die von Chairman & CEO Lucian Grainge geleitete Universal Music Group in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahren konzernweite Einnahmen in Höhe von 3,459 Millionen Euro, was einem um Währungseffekte und Zukäufe bereinigten Plus von 3,5 Prozent entspricht. Lässt man diese Bereinigung außen vor, lag das Plus bei 6,2 Prozent.

Das ist gerade im Zuge der Corona-Krise immer noch ein "solides Ergebnis", wie es beinahe zurückhaltend in der Präsentation aus Paris hieß, aber dennoch reicht die Entwicklung nicht an die Dynamik des ersten Quartals heran, als Vivendi für seine Musiktochter noch ein Umsatzplus im prozentual zweistelligen Bereich verkünden konnte. Schaut man allein auf die Umsatzentwicklung im zweiten Quartal, so fiel hier im Vorjahresvergleich ein Minus von 4,7 Prozent an.

Zweistellig fielen derweil die Zuwächse beim Vorsteuergewinn aus: So erzielte Universal Music im ersten Halbjahr konzernweit einen EBITA-Ertrag in Höhe von 567 Millionen Euro, und lag damit währungsbereinigt um 16,6 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Im Bereich Recorded music verbuchte Universal Music in den ersten sechs Monaten ein bereinigtes Umsatzplus von 3,7 Prozent, getrieben vor allem von den Zuwächsen im 12,4 Prozent im Abo- und Streaminggeschäft. Die Covid-19-Pandemie habe vor allem das zweite Quartal getroffen, hieß es aus Paris, wo man im Halbjahresvergleich unter anderem auf ein weltweites Umsatzminus von 22,4 Prozent beim Verkauf physischer Tonträger verwies, aber auch Downloadverkäufe brachen um 23,1 Prozent ein.

Das Verlagsgeschäft von Universal Music Publishing lag derweil zum Halbjahr nach Umsätzen um währungsbereinigte 21,2 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, wobei sich hier abseits von Streamingzuwächsen auch ein Lizenzstreit positiv niederschlug

Abwärts ging es derweil im Merchandising, wo ausbleibende Touraktivitäten und geschlossene Türen bei den Handelspartnern für ein Umsatzminus von 41,4 Prozent sorgten. Ein Blick allein aufs zweite Quartal offenbart in diesem Bereich Umsatzeinbrüche um fast 62 Prozent.

An seinen bereits zuvor im Zuge des Tencent-Deals verkündeten Börsenplänen für Universal Music will der Vivendi-Mutterkonzern festhalten: Man verfolge weiterhin das Ziel, einen Minderheitsanteil an der Universal Music Group bis spätestens Anfang 2023 an die Börse zu bringen, bestätigte man in Paris.

Text: Knut Schlinger