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Better Together sorgt für mehr Diversität bei Universal Music

Bei Universal Music Deutschland riefen 2018 Mira Hausmann und Pamela Bürger die Initiative Better Together ins Leben und setzen sich seitdem ­gemeinsam für mehr Diversität und Inklusion im Unternehmen ein.

05.08.2020 09:45 • von Jonas Kiß
Wollen den Dialog fördern und das Gemeinschaftsgefühl stärken: Mira Hausmann (links) und Pamela Bürger (Bild: Universal Music)

In einer fortlaufenden Serie beschäftigt sich MusikWoche mit der Frage, wie divers sich die ­Musikindustrie hierzulande gestaltet. Bei Universal Music Deutschland riefen 2018 Mira Hausmann und Pamela Bürger die Initiative Better Together ins Leben und setzen sich seitdem ­gemeinsam für mehr Diversität und Inklusion im Unternehmen ein.

MusikWoche: Kam der Anstoß für die Initiative Better Together von Universal Music oder hat extern jemand die Idee in das Unternehmen gebracht?

Mira Hausmann und Pamela Bürger: Better Together ist eine Mitarbeiterinitiative - die Idee, eine Initiative zu gründen, entstand in einem Meeting von uns beiden gemeinsam mit unserer Human-Resources-Abteilung. Inzwischen hat sich Better Together als tragfähige Plattform etabliert und wird natürlich auch durch das Unternehmen und durch das Managementteam unterstützt.

MusikWoche: Gab es einen bestimmten Anlass, die Initiative zu starten?

Mira Hausmann und Pamela Bürger: Wir beide hatten unabhängig voneinander das Bedürfnis aktiv zu werden. Außerdem gab es auch den konkreten Wunsch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Gemeinschaft im Unternehmen noch weiter zu fördern, sich besser kennen­zulernen, miteinander Veränderungen zu bewirken und dadurch eine Struktur aufzubauen, in der Kolleginnen und Kollegen persönlich und professionell wachsen können. Daraus ist dann eine Initiative ­entstanden, die eng mit unserer HR-Abteilung kooperiert. Seit der Gründung von Better Together im Mai 2018 erleben wir sehr viel Support aus dem ganzen Haus, was uns zeigt, dass wir den richtigen Weg gehen. Vor allem unser Europachef Frank Briegmann hat die Initiative von Beginn an gefördert.

MusikWoche: Gab es eine persönliche Motivation, die Initiative zu betreuen?

Mira Hausmann und Pamela Bürger: Unser Thema ist Gleichberechtigung. Sie ist für uns die Basis, auf der sich jeder Mensch frei entfalten können muss - eine Selbstverständlichkeit eigentlich. Außerdem Respekt und Toleranz. Wir sind alle Menschen, die sich ohne Vorurteile oder übernommene Denkmuster begegnen sollten, um gemeinsam mehr zu erreichen - für unsere Künstlerinnen und Künstler, das Unternehmen und natürlich auch für uns selbst. Nur Menschen, die sich so respektiert fühlen, wie sie sind - egal, was sie tun, woher sie kommen und wie sie aussehen -, können ihr volles Potenzial erreichen und dabei glücklich sein. Darum sollte es unserer Meinung nach gehen. Umso mehr in einer Zeit, in der Kräfte, die das infrage stellen, in unserer Gesellschaft wieder zu erstarken scheinen. Auch deshalb muss dieses Thema aktiv angegangen werden.

MusikWoche: Was sind die Ziele der Initiative Better Together?

Mira Hausmann und Pamela Bürger: Wir wollen mit Better Together unseren Beitrag zu einer Gemeinschaft leisten, in der sich alle aufgehoben fühlen und in der wir bewusst und ohne Vorurteile miteinander umgehen. Es geht darum, sich für Gleichberechtigung und Vielfalt einzusetzen, und einen kontinuierlichen Dialog zu führen. Unsere Aktionen und Events richten sich - direkt oder indirekt - an das ganze Team. Bei regelmäßigen Meetings und Events haben alle bei Universal Music die Chance, sich zu ihrer professionellen und persönlichen Entwicklung auszutauschen, eigene Netzwerke auf- und auszubauen und sich auf diese Weise weiterzuentwickeln. Better Together motiviert und inspiriert uns bei Universal Music Deutschland zusätzlich zu kontinuierlicher Veränderung, Sichtbarkeit und Vielfalt.

MusikWoche: Wie kann das konkret im Alltag umgesetzt werden?

Mira Hausmann und Pamela Bürger: Ganz unterschiedlich. So individuell die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, so individuell sind auch ihre Bedürfnisse. Wir arbeiten mit HR oder Corporate Communications und mit Interessierten aus dem ganzen Haus an verschiedensten Themen zusammen. Neben einem regelmäßigen Austausch und Diskussionsforen bieten wir auch Onlinekurse an und organisieren zum Beispiel regelmäßig Events wie Gastvorträge, praktische Workshops, Treffen und Kooperationen. Dabei geben Themen wie unter anderem Netzwerken, Erfahrungsberichte und Interviews die Gelegenheit, sich inspirieren zu lassen und neue Blickwinkel einzunehmen. Auch wir suchen fortlaufend neue Themen, die auf die persönliche und berufliche Weiterentwicklung einzahlen.

MusikWoche: Was hat sich seit dem Start der Kampagne bewegt?

Mira Hausmann und Pamela Bürger: Eine ganze Menge. Auch wenn es bei Universal Music wie in großen Teilen der Musikbranche eine im Ganzen ohnehin eher liberalere Atmosphäre gibt, konnten wir zeigen, dass es selbst bei uns noch Luft nach oben gibt. Wichtig sind für uns Awareness und Commitment sowie Mindful Behavior und Meaningful Change. Dabei geht es uns darum, für diese Themen Bewusstsein zu schaffen und sich darauf einzulassen sowie rücksichtsvoll zu handeln und sinnvollen Wandel zu bewirken. Wir fördern den Dialog und stärken das Gemeinschaftsgefühl. All das sorgt für Bewusstsein, Impulse, neue Inspiration und am Ende - das ist das Wichtigste - für Bewegung.

MusikWoche: An welchen Stellen muss in internationalen Unternehmen noch mehr zum Thema Diversität gemacht werden?

Mira Hausmann und Pamela Bürger: Entscheidend ist der Schritt vom Bekenntnis zur Tat. Diversität muss gelebt werden, gehört in die DNA jedes Unternehmens und aller, die darin arbeiten. Unser Ziel sind keine bunten Präsentationen und Papiere, sondern Dialog, Erkenntnis, innere Überzeugung und Wandel. Und zwar aus dem Team heraus und auf eine Art und Weise, mit der sich am Ende idealerweise alle identifizieren können.

MusikWoche: Hat die aktuelle Situation, mit weltweiten Protesten nach dem Tod von George Floyd, einen Einfluss auf Better Together?

Mira Hausmann und Pamela Bürger: Selbstverständlich. Und obwohl Diversität ohnehin schon auf unserer Tagesordnung steht, suchen wir permanent nach Möglichkeiten, mehr zu tun, intern zum Beispiel durch die vielen konstruktiven Beiträge aus dem Team zu dem Thema, aber auch durch die Unterstützung externer Initiativen. Sir Lucian Grainge, Chairman & CEO der Universal Music Group, hat in den USA als Reaktion auf den gewaltsamen Tod George Floyds eine »Task Force for Meaningful Change« (TFMC) initiiert, die in erster Linie dem Kampf gegen Rassismus und Ungleichheit dient und auch einen globalen Fokus hat. Wir von Better Together unterstützen TFMC sowohl ideell als auch ganz praktisch und erhalten umgekehrt noch mehr Aufmerksamkeit für unsere Arbeit innerhalb des Unternehmens.

Zur Person

Mira Hausmann (links) arbeitet seit 2015 als Key Account und Marketing Managerin bei Universal Music Deutschland. Pamela Bürger ist seit 2008 bei dem Unternehmen und arbeitet dort als Senior Product Manager im Label Virgin.