Livebiz

Schweiz will Großveranstaltungen bis März 2021 untersagen

Die Schweizer Bundesregierung prüft derzeit, ob sie das Verbot von Großveranstaltungen bis Ende März 2021 ausweiten soll. Kritik an dem Prozedere übt die Swiss Music Promoters Association (SMPA).

30.07.2020 11:29 • von Dietmar Schwenger
Spricht vom "Tod" der Livebranche: die Swiss Music Promoters Association SMPA (Bild: SMPA)

Die Schweizer Bundesregierung prüft derzeit, ob sie das Verbot von Großveranstaltungen bis Ende März 2021 ausweiten soll. Eigentlich war geplant, ab September wieder Veranstaltungen mit über 1000 Besuchern zuzulassen. Die Entscheidung, wie es weitergeht, soll nun am 12. August 2020 fallen.

Laut dem "Tagesanzeiger" befassen sich die zuständigen Behörden nun mit drei Vorschlägen. Die erste Variante des Bundesamts für Gesundheit sieht ein umfassendes Verbot für Events mit mehr als 1000 Personen bis zum 31. März 2021 vor. Die zweite Möglichkeit wäre, dass Veranstaltungen mit über 1000 Personen ebenfalls bis Ende März "bewilligungspflichtig" wären. Die dritte Möglichkeit wäre, dass das Verbot von Großveranstaltungen wie geplant zum 31. August vollständig aufgehoben wird.

Der "Tagesanzeiger" zitiert Stefan Breitermoser, der als Geschäftsführer des Branchenverbands der professionellen Schweizer Konzert-, Show- und Festivalveranstalter (SMPA) über die aktuelle Entwicklung "irritiert" sei. Er kritisiert, dass die Kulturverbände nicht einbezogen wurden - ein "Affront", findet Breitenmoser.

Der SMPA-Geschäftsführer bezeichnet im "Tagesanzeiger" die Verlängerung des Verbots als nicht verhältnismäßig. "Es gibt aus unserer Sicht heute keinen Grund, einen so weitreichenden Entscheid bis Ende März 2021 zu fällen. Reisen ist weitgehend erlaubt, im Alltag gelten wenig Maßnahmen - nur bei Veranstaltungen will man jedes Detail regeln."

Entsprechend fordert Breitenmoser langfristige finanzielle Unterstützung für die Branche. Denn er fürchtet, dass die Verlängerung sonst der "Tod eines ganzen, jetzt schon stark angeschlagenen Wirtschaftszweigs, inklusive Dienstleister wie Technikfirmen" wäre.