Unternehmen

Musikverbände sehen Neustart Kultur nun auf dem richtigen Weg

Monika Grütters will die Aktivitäten der Initiative Musik im Bereich der Künstlerförderung mit zusätzlichen zehn Millionen Euro fördern. Im erprobten Schulterschluss werten die Verbände der Musikwirtschaft das als positives Zeichen: Damit komme die Staatsministerin nun den Empfehlungen der Musikwirtschaftsverbände und der Verwertungsgesellschaften in Teilen nach, heißt es.

29.07.2020 13:06 • von

Schnell hatten die zentralen Musikverbände das Konjunkturpaket der Bundesregierung zur Corona-Krise begrüßt, das für den gesamten Kulturbereich eine Milliarde Euro vorsieht, davon rund 150 Millionen Euro für die Musik. Allerdings kritisierten sie Anfang Juni auch, dass einige Bereiche der zumeist klein- und arbeitsteilig organisierten Musikwirtschaft zunächst nicht genannt wurden.

Am 29. Juli 2020 nun gab Kulturstaatsministerin Monika Grütters bekannt, die Aktivitäten der Initiative Musik im Bereich der Künstlerförderung mit zusätzlichen zehn Millionen Euro fördern zu wollen. Im bereits erprobten Schulterschluss werten die Verbände der Musikwirtschaft das als positives Zeichen und begrüßen die Aufstockung der Mittel im Rahmen des Investitionsprogramms Neustart Kultur: "Damit kommt die Staatsministerin nun den Empfehlungen der Musikwirtschaftsverbände und der Verwertungsgesellschaften in Teilen nach, mit passgenaueren Förderprogrammen die hochgradige Arbeitsteilung sowie die gegenseitige Abhängigkeit der Branchensektoren zu berücksichtigten", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von BVMI, VUT, BDKV, DMV, LiveKomm und SOMM aus Berlin.

Unter anderem heben die Verbände hervor, dass der Förderanteil des "seit vielen Jahren intensiv genutzten Programms" für einen befristeten Zeitraum von bislang 40 auf nunmehr 90 Prozent angehoben werde, wodurch nun eine Förderhöhe bis zu 67.500 Euro je Projekt möglich sei. "Zusätzlich zu Produktion, Marketing und Tourneen können nun auch die Werkkreation, Probe- und Vorproduktionszeiten gefördert werden", informieren die Verbände, die sich von "diesem niedrigschwelligen Programm" auch weiterhin "wirtschaftliche Impulse für Kreative und ihre Partner" wie Label, Musikverlage, Studios, Managements, Bookingagenturen oder Tourneeveranstalter erhoffen.

"Mit der naheliegenden Erweiterung der bestehenden Künstlerförderung - solidarisch von allen Musikwirtschaftsverbänden und den Verwertungsgesellschaften mitgetragen - gibt es nun auch für Urheberinnen und Urheber und ihre wirtschaftlichen Partnern, den Musikverlagen, gute Möglichkeiten, den 'Neustart Kultur' anzugehen", kommentiert Birgit Böcher, Geschäftsführerin des Deutschen Musikverleger-Verbands (DMV): "Die bewährte Abwicklung über die Initiative Musik ermöglicht einen schnellen und unbürokratischen Zugang zum Förderprogramm."

Beim Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT) streicht der Vorstandsvorsitzende Mark Chung heraus, dass der VUT "dieses mittlerweile mehr als 1700-mal erfolgreich genutzte Förderprogramm der Initiative Musik bereits 2008 mitkonzipiert" habe: "Die nun dank großer Solidarität unter den Verbänden und Verwertungsgesellschaften erfolgte massive Aufstockung durch die BKM sollte viele unterstützen, die in dieser schwierigen Zeit neue Projekte starten. Das kann sich als wirksame Konjunkturmaßnahme innerhalb des 'Neustart Kultur'-Pakets erweisen."

Laut Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), sei es als Vertreter einer Branche, "die mit öffentlichen Geldern seltener in Berührung kommt", nun "erfreulich festzustellen, dass es im Dialog mit den anderen Branchenverbänden und der BKM gelungen ist, Anreize zu definieren, die über den ersten Aufschlag des 'Neustarts Kultur' hinausgehen und jetzt auch die Mitgliedsfirmen adressieren." Für den Verband liege der Fokus nun zudem "auf der Umsetzung der Urheberrechtsrichtlinie, von der wir uns bessere Rahmenbedingungen für Kreative und ihre Partner erhoffen - ein Prozess, in dessen Verlauf wir ebenfalls auf die Unterstützung der BKM zählen".

Text: Knut Schlinger