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Spotify zählt im zweiten Quartal mehr Nutzer, verzeichnet aber Verluste

Während die Zahl der zahlenden Kunden bei Spotify bis Ende Juni im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent auf 138 Millionen Abonnenten stieg, wuchsen die Umsätze um 13 Prozent auf 1,889 Milliarden Euro. Dafür sanken die Einnahmen durch Werbeerlöse und der Streamingdienst machte operative Verluste von 167 Millionen Dollar. Auch zum Halbjahr stehen umterm Strich rote Zahlen.

29.07.2020 15:22 • von Jonas Kiß
Wächst von Jahr zu Jahr: die Anzahl der Spotify-Hörer (Bild: Spotify)

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Im zweiten Quartal 2020 konnte Spotify seine Nutzerzahlen und Umsätze steigern. Das zeigt die Bilanz, die CEO Daniel Ek am 29. Juli vorlegte.

Das Unternehmen kam im Zeitraum von Anfang April bis Ende Juni auf nun 299 Millionen Nutzer, die mindestens einmal pro Monat auf den Streamingdienst zugriffen. Das bedeutet bei den sogenannten MAUs (Monthly Active Users) ein Plus von 29 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres. Hier hatte die Covid-Pandemie also offenbar keinen Einfluss auf das Nutzungsverhalten, denn schon vor Jahresfrist lag das Wachstum bei den MAUs bei 29 Prozent.

Doch zu Beginn des Quartals beobachtete man bei Spotify "in mehreren Ländern unserer aufstrebenden Regionen eine gewisse Covid-bezogene Schwäche". So hätten unter anderem Teile Lateinamerikas im April und Mai ein langsameres Wachstum als erwartet verzeichnet, da es dort weniger Neuanmeldungen, aber dafür mehr Kündigungen oder Zahlungsausfälle der Premium-Nutzer gegeben habe.

Laut Spotify-CEO Daniel EK hätte sich die Lage im Juni dann aber "deutlich erholt". Er prognostiziert, dass sich die "verbesserte Dynamik, die wir in der zweiten Hälfte des Quartals gesehen haben, im dritten Quartal fortsetzt, und wir gehen davon aus, dass wir unsere Ziele für das Gesamtjahr erreichen werden".

Am Ende des zweiten Quartals 2020 zählt der Streamingdienst nun 138 Millionen Abonnenten, was einem Anstieg um 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Ein wichtiger Wachstumstreiber sei hier vor allem der Familientarif gewesen. Auch bei den Free-Nutzern ging es im Vorjahresvergleich um 31 Prozent aufwärts auf nunmehr 170 Millionen.

Die Gesamteinnahmen des Unternehmens wuchsen im Zeitraum von April bis Juni um 13 Prozent auf 1,889 Milliarden Euro. Während die Umsätze im Premiumbereich mit 1,758 Milliarden Euro ein Plus von 17 Prozent verbuchten, sanken die Werbeerlöse um 21 Prozent auf 131 Millionen Euro. Spotify macht die Pandemie für diesen Rückgang verantwortlich: "Im letzten Quartal stellten wir eine deutliche Verlangsamung der Werbeumsätze fest, die durch die globale Gesundheitskrise hervorgerufen wurde, wo die letzten drei Wochen im März um mehr als 20 Prozent gegenüber unserer Prognose zurückgingen. Die Entwicklung blieb auch im April und Mai hinter unseren Erwartungen zurück, aber im Monat Juni haben wir die Ziele deutlich übertroffen".

Von April bis Juni machte der Streamingdienst operative Verluste von 167 Millionen Euro. 2019 fielen im gleichen Zeitraum operative Verluste von drei Millionen Euro an.

Auch zum Halbjahr stehen umterm Strich rote Zahlen: Während Spotify in den ersten sechs Monaten 2019 unterm Strich Nettoverluste von 218 Millionen Euro einfuhr, kam das Unternehmen in der ersten Jahreshälfte 2020 nun auf einen Nettoverlust von 355 Millionen Euro.