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Neustart Kultur: Grütters stockt Mittel der Initiative Musik um zehn Millionen Euro auf

Zusätzliche Mittel für die Initiative Musik: In der "Künstler*innenförderung" kann die Förderinstitution nun weitere zehn Millionen Euro verteilen. Das Geld stammt aus dem Programm Neustart Kultur von Staatsministerin Monika Grütters. Auch der Förderanteil wird kräftig angehoben. Weitere Schritte sollen folgen.

29.07.2020 11:30 • von
Wertet die zusätzlichen zehn Millionen Euro als wichtigen Baustein für den Erhalt der deutschen Musikszene: Monika Grütters (Bild: Christof Rieken)

Zusätzliche Fördermittel für die Initiative Musik: Im Bereich der "Künstler*innenförderung" kann die deutsche Förderinstitution nun weitere zehn Millionen Euro verteilen. Das Geld stammt aus dem Programm Neustart Kultur von Kulturstaatsministerin Monika Grütters:

"Mit dem rund eine Milliarde Euro schweren Rettungs- und Zukunftsprogramm Neustart Kultur wollen wir die Kultur- und Kreativwirtschaft stützen und das künstlerische Arbeiten und kulturelle Leben wieder ermöglichen", erklärte die Staatsministerin für Kultur und Medien bei der Bekanntgabe:

"Die Aufstockung der etablierten Künstler*innenförderung der Initiative Musik mit zusätzlichen zehn Millionen Euro ist hier ein weiterer wichtiger Baustein zum Erhalt und zur Stärkung der einzigartigen Musikszene in Deutschland." Mit den Mitteln "unterstützen wir direkt die künstlerische Arbeit der Musikerinnen und Musiker, die unsere Hilfe in der Corona-Pandemie so dringend brauchen", betonte Grütters.

Die Künstlerförderung gehört mit zu den langjährigen Kernkompetenzen der Initiative Musik und richtet sich an Künstler und Bands sowie deren Partner im Bereich der Albumproduktionen und Tourneen.

Parallel zu den aufgestockten Mitteln habe man auch die Förderbedingungen mit Blick auf die aktuelle Situation angepasst, heißt es aus Berlin: "Dabei wurden der Förderanteil von bisher 40 Prozent auf bis zu 90 Prozent angehoben und das Förderspektrum erheblich erweitert."

Das BKM kündigt zudem "weitere Programme im Rahmen von Neustart Kultur für die deutsche Musikbranche" an. Dabei sollen dann "der Erhalt und die Stärkung der Musikinfrastruktur in Deutschland" im Mittelpunkt stehen. "Diese Teilprogramme richten sich an Veranstalterinnen und Veranstalter von Livemusikprogrammen, von Programmreihen und Musikfestivals sowie an Musikclubs." Die Fördergrundsätze für diese neuen Teilprogramme wolle man Anfang August 2020 veröffentlichen.

Schon in den vergangenen Tagen hatte sich abgezeichnet, dass die Initiative Musik nach dem Musikfonds und der GEMA bei der Verteilung von Fördermitteln aus dem Programm Neustart Kultur mit an Bord kommt. So schrieb das deutsche Exportbüro drei Vollzeitstellen für die Abwicklung von Aktivitäten im Bereich der Künstlerförderung aus, am 28. Juli folgten weitere Ausschreibungen für die "Durchführung der neuen Förderprogramme für Clubs und Veranstalter*innen/Festivals".

Die nun zugesicherten zehn Millionen Euro im Bereich der Künstlerförderung bedeuten einen deutlichen Nachschlag für die Initiative Musik: Zum Zehnjährigen verfügte die Organisation im Jahr 2018 noch über rund 13 Millionen Euro, für 2020 wuchs diese Summe auf 16,35 Millionen Euro, wie Geschäftsführerin Ina Keßler im Frühjahr im Gespräch mit MusikWoche berichtete.

In diesem Topf enthalten waren bislang 4,5 Millionen Euro für die Künstler- und Infrastrukturförderung sowie 1,5 Millionen Euro für die Exportförderung, Hinzu kamen zusammen zwei Millionen Euro für die Förderung für Clubs in den Te-Sa- und Digi-Invest-Programmen, jeweils zwei Millionen Euro für Live 100 und den Applaus sowie je etwas mehr als eine Million für die beiden Preise in den Bereichen Jazz und Pop, aber auch sechsstellige Beträge für die Förderung von Plattformprojekten wie c/o pop und Pop-Kultur.

Text: Knut Schlinger