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Noch Probanden für Tim-Bendzko-Experiment gesucht

Für das Forschungsprojekt Restart-19, bei dem die Universitätsmedizin Halle/Saale im August Corona-Risiken von Großveranstaltungen in Spielstätten untersuchen will, fehlen noch 3000 Probanden.

27.07.2020 11:43 • von Dietmar Schwenger
Sucht noch Probanden: das Forschungsprojekt Restart-19 (Bild: Universitätsmedizin Halle, Saale)

Für das Forschungsprojekt Restart-19, bei dem die Universitätsmedizin Halle/Saale im August Corona-Risiken von Großveranstaltungen in Spielstätten untersuchen will, fehlen noch 3000 Probanden. Derweil haben bereits 1200 Personen zugesagt, ihr Verhalten bei einem Konzert von Tim Bendzko in der von ZSL betriebenen Quarterback Immobilien Arena Leipzig aufzeichnen zu lassen.

"Alle Maßnahmen, die bis jetzt ergriffen wurden, auch gerade in Bezug auf Konzerte und Großveranstaltungen, beruhen auf annahmen und Vermutungen", sagte Tim Bendzko dem MDR. "Und was könnte mehr helfen als Fakten und entsprechende Daten?"

Ziel des Forschungsprojekts ist es, Lösungen zu finden, wie Großveranstaltungen wieder stattfinden könnten. Das Unterfangen wird mit rund 990.000 Euro von den Ländern Sachsen-Anhalt und Sachsen sowie aus Eigenmitteln der Universität finanziert.

Geplant sind mehrere Teilprojekten wie der Entwicklung eines mathematischen Modells zur Risikoabschätzung und der Festlegung von Rahmenbedingungen für eine Großveranstaltung. Sichtbarster Teil wird ein Live-Experiment am 22. August 2020 in der Quarterback Immobilien Arena.

"Wir spielen an diesem Tag drei Simulationen durch", sagt Projektleiter Stefan Moritz von der Universitätsmedizin. "Einmal eine Veranstaltungssituation wie vor der Corona-Pandemie, natürlich alles mit dem größtmöglichen Schutz für die Beteiligten. Als zweite eine Simulation mit 4000 Teilnehmenden, bei der die Ströme gezielt gelenkt werden, und als drittes eine Simulation mit 2000 Teilnehmenden."

Zur Unterstützung konnte die Universität neben den DHfK-Handballern aus Leipzig auch Tim Bendzko gewinnen, der an dem Abend in der Halle auftreten soll. "Leistet auch ihr Euren Beitrag, unterstützt uns und meldet euch zu der Studie an", ruft der Sänger auf.

Für alle drei Testszenarien gebe es ein Hygienekonzept mit Oberflächendesinfektion und FFP2-Masken, betont Projektleiter Moritz. Zudem würden alle Beteiligten auf SARS-CoV-2 getestet. Am Eingang erhalten alle Teilnehmer Kuverts mit der Nummer ihres Sitzplatzes sowie einer unterschiedlichen Anzahl an Tickets. Diejenigen mit drei Tickets nehmen an allen drei Simulationen teil, diejenigen mit zwei Tickets nur an den ersten beiden.

"Alle Teilnehmenden erhalten ein sogenanntes Contact Tracing Device, also ein Gerät, das für jeden registriert ist und Intensität im Sinne von Abstand, Dauer und Häufigkeit eines Kontaktes misst und aufzeichnet. Wir haben dafür im gesamten Areal 30 sogenannte Anker angebracht, die mittels Ultrabreitbandtechnologie die Position von allen 4000 Probanden gleichzeitig messen können", so Moritz weiter.