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Indies im ­ersten Halbjahr im Aufwind

Im ersten Halbjahr 2020 müssen Universal Music und Warner Music bei Alben wie auch Singles Rückgänge der Chartsanteile hinnehmen. Dafür gewinnen Sony Music und große Indievertriebe wie Tonpool und GoodToGo/Believe mitunter deutlich hinzu.

24.07.2020 09:31 • von Dietmar Schwenger
Mit GoodToGo erfolgreich: Frank Stratmann (Bild: GoodToGo)

Im ersten Halbjahr 2020 müssen Universal Music und Warner Music bei Alben wie auch Singles Rückgänge der Chartsanteile hinnehmen. Dafür gewinnen Sony Music und große Indievertriebe wie Tonpool und GoodToGo/Believe mitunter deutlich hinzu.

Universal Music und Warner Music liegen in der Longplay- und Singles-Auswertung jeweils unter den Werten des Vorjahreszeitraums. So fällt der Chartsanteil von Universal Music im Albumsegment von 52,05 auf 43,43 Prozent, wodurch sich allerdings an der Vormachtstellung des Weltmarktführers nichts ändert. Denn Sony Music folgt mit 22,03 Prozent mit deutlichem Abstand auf Universal Music. Dafür legt Sony Music als einziger Major zu: Im Vorjahr rangierte das Team um CEO Patrick Mushatsi-Kareba bei 17,95 Prozent, also ein Zuwachs um 4,08 Prozentpunkte im Vergleich mit dem dem aktuellen Wert. Warner Music muss einen Rückgang von 21,2 auf 16,99 Prozent hinnehmen.

Zu den Gewinnern im ersten Halbjahr gehören indes Tonpool und GoodToGo/Believe. Während Tonpool unter anderem dank des Erfolgs des aktuellen "Sing meinen Songs - Das Tauschkonzert"-Tonträgers den eigenen Chartsanteil von 1,09 auf 6,46 Prozent steigert, sind es bei GoodToGo/Believe verschiedene HipHop-Künstler, die mithalfen, den Konzernwert von 5,5 auf 6,73 Prozent ansteigen zu lassen.

Bei den Singles hingegen verliert auch GoodToGo/Believe Anteile: Der Wert fällt hier von 10,3 auf nunmehr 6,25 Prozent. Als einziger der drei Majors punktet Sony Music auch im Trackgeschäft. Kurz vor dem Umzug von München nach Berlin verbessert sich der Wert von 18,64 auf 28,29 Prozent, während Universal Music die 51,23 Prozent des ersten Halbjahres 2019 nicht halten kann und nun bei immer noch sehr guten 48,54 Prozent steht. Auch Warner Music rangiert bei den Singles unter dem Vorjaresergebnis: Die Hamburger verzeichnen einen Rückgang von 16,3 auf 13,7 Prozent.

Die Erfolge von "Sing meinen Song", den Rappern, aber auch Künstlern wie Böhse Onkelz, Sarah Connor, Kerstin Ott oder Max Raabe tragen dann auch dazu bei, dass der nationale Anteil bei den Alben bei beachtlichen 74,04 Prozent liegt; bei den Singles sind es 62,24 Prozent.

Im Verlagsgeschäft bleibt Warner Chappell Music das Maß aller Dinge. Der Verlag führt das Feld mit 33,81 Prozent vor Sony/ATV (21,69 Prozent), der Universal Music Publishing Group (14,78 Prozent) und BMG (13,05 Prozent) an. Dahinter folgen Budde Music,Kobalt,Concord, Roba undSchedler.