chartwoche.de

Charts KW 30: Amigos schreiben Geschichte

Die Amigos springen mit dem Album "Tausend Träume" direkt auf Platz eins der Top 100 Longplay der Offiziellen Deutschen Charts und lassen in der Gesamtstatistik mit ihrer zwölften Nummer eins die Beatles und Die Toten Hosen hinter sich. Apache 207 verteidigt mit "Bläulich" derweil die Führungsposition bei den Singles.

17.07.2020 16:03 • von Frank Medwedeff
Zeigen ihren neuen Nummer 1 Award her: die Amigos (Bild: Andreas Braun)

"Tausend Träume" heißt das neue Album der Amigos, die damit schon fast standesgemäß nach der ersten Verkaufswoche die Top 100 Longplay der Offiziellen Deutschen Charts anführen. Wie die Chartsermittler von GfK Entertainment bestätigen, ist "Tausend Träume" schon das zwölfte Nummer-eins-Album der Gebrüder Karl-Heinz und Bernd Ulrich. Das hessische Schlagerduo übertrifft damit in der "ewigen Bestenliste" sogar The Beatles und Die Toten Hosen, die jeweils elf LPs an die Spitze brachten, und zieht mit Madonna, BAP und Robbie Williams gleich, die ebenfalls das Dutzend voll machen konnten. Mathias Giloth, Geschäftsführer von GfK Entertainment, hat den Amigos bereits persönlich ihren Nummer 1 Award für "Tausend Träume" überreicht.

Die Amigos kommentieren: "Es macht uns unheimlich stolz, dass wir nun schon zum insgesamt zwölften Mal die Charts anführen dürfen. Und einen großen Anteil daran haben unser Team, unser Produzent und vor allem auch unsere Fans. Deshalb möchten wir allen ganz herzlichen Dank sagen für diese großartige Auszeichnung!"

Ken Otremba, Geschäftsführer von Telamo, fügt an:: "Mit Weltstars wie Robbie Williams und Madonna in der Charthistorie gleichzuziehen, ist mehr als beeindruckend. Damit sind die Amigos definitiv im Olymp der deutschen Chartgeschichte angekommen - das zweite Nummer 1 Album im Jahr 2020 - die dritte Nummer 1 bei Telamo - das Team Amigos und Telamo ist einfach unschlagbar. Wir gratulieren Bernd und Karl-Heinz ganz herzlich zu diesem eindrucksvollen Spitzenergebnis."

Und Patrick Henschen, Senior Manager Label Services von Vertiebspartner Warner Music Germany, sagt: "Unsere herzlichen Glückwünsche gehen an Bernd, Karl-Heinz und das gesamte Telamo-Team. Es ist eine Ausnahmeleistung, über so viele Jahre immer wieder die Top-Position zu bestätigen! Ein großes Dankeschön auch an unsere Handelspartner, die maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen haben."

Die Gesamtstatistik der Amigos weist neben den zwölf Nummer-eins-Alben in Deutschland über fünf Millionen verkauften Tonträger, insgesamt 389 Wochen in den deutschen Charts, vier Chart-Triple in Deutschland, Österreich und der Schweiz und und über 100 Gold- und Platinauszeichnungen aus.

Das Album zu "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert Volume 7", das in der vergangenen Woche die Pole Position zurückerobert hatte, rangiert nun wieder auf Platz zwei. Die finnische Metalcombo Ensiferum sichert sich mit "Thalassic" aus dem Stand Treppchenplatz drei.

Posthum gelangt der 2019 verstorbene US-Rapper Juice Wrld mit "Legends Never Die" als Neuzugang auf Rang vier und verdrängt "Das Album" von Thomas Anders und Florian Silbereisen an die fünfte Stelle.

Bob Dylan verharrt mit "Rough And Rowdy Ways" an sechster Stelle. Auf Position sieben debütiert "Diddy" von AchtVier. Der Rapper, ehemaliges Mitglied der 187 Strassenbande, knackt damit erstmals in seiner Karriere die Top 10.

Leas "Treppenhaus" ist wie in der Vorwoche an achter Posiion notiert. Depeche Mode rutschen mit "Spirits In The Forest" von fünf auf neun ab, während sich Reinhard Meys "Das Haus an der Ampel" wieder um vier Plätze auf zehn verbessert.

Lediglich drei weitere Neuzugänge tauchen noch in der oberen Chartshälfte auf: Der vielseitige Rufus Wainwright ist nach einer Oper und einem Longplayer mit Vertonungen von Shakespeare-Sonetten auf "Unfollow The Rules" nun wieder in der angestammten Singer/Songwriter-Rolle aktiv und entert die deutsche Hitliste auf Rang 28. Neu dabei auf 30 ist "None Of Us Are Getting Out of This Life Alive", das erste neue Album von Mike Skinner unter dem Projektnamen The Streets seit 2011.

Und von null auf Platz 43 schwingen sich die Jazz-Größen Joshua Redman, Brad Mehldau, Christian McBride und Brian Blade mit "RoundAgain", ihrer ersten gemeinsamen Veröffentlichung seit 26 Jahren ("MoodSwing", damals noch als Joshua Redman Quartet).

Die Amigos sorgen maßgeblich dafür, dass Warner Music mit einem Marktanteil von 39,1 Prozent die Wochenwertung der Vertriebsfirmen zu den Top 100 Longplay gewinnt und Universal Music (31,9 Prozent) auf Rang zwei verweisen kann. Sony Music erreicht exakt 20 Prozent und Tonpool 5,8 Prozent. Zebralution genügen 0,8 Prozent für Platz fünf.

Apache 207 behält derweil mit "Bläulich" die Spitzenposition in den Top 100 Singles bei und gewinnt damit auch das "Farbtonduell" gegen "Tiefschwarz" von Kontra K feat Samra, dem somit immerhin höchsten Neueinsteiger der Woche auf Rang zwei. "Savage Love (Laxed - Siren Beat)" von Jawsh 685 & Jason Derulo, ein Kandidat für den Sommerhit des Jahres, sinkt somit um eine Stelle auf die Drei.

KC Rebell, Summer Cem und Loredana gelangen mit dem gemeinsamen Track "Geh dein Weg", für den sie "Say My Name" von Destiny's Child gesampelt haben, ohne Umweg auf den vierten Rang. Um zwei Plätze runter auf fünf geht es für Ufo361 mit "Emotions" beziehungsweise der neuen Version "Emotions 2.0" (im Verbund mit Céline).

Einziger weiterer Neueinsteiger im oberen Drittel der Hitliste ist auf Position 14 "Sin City" von Azet & Albi.

Universal Music behält hier mit 38,5 Prozent Wochenanteil die Oberhand im Distributorenranking, gefolgt von Sony Music (29,5 Prozent), Warner Music (21,0 Prozent), Believe/GoodToGo (6,7 Prozent) sowie Kontor/Edel (4,3 Prozent).

In den Top 30 Compilations katapultiert sich "The Dome - Summer 2020" von null auf eins. Die "Bravo Hits 109" bleiben auf Platz zwei stehen. Und direkt an dritter Stelle steigt "Kontor - Top Of The Clubs Vol. 86" ein. Weitere Neuzugänge gibt es nicht.

Universal Music hält mit 51,7 Prozent Marktanteil noch immer die absolute Mehrheit in der Vertriebsfirmenrangliste. Sony Music kommt auf 31,0 Prozent vor Kontor/Edel (12,3 Prozent) und Warner Music (5,1 Prozent).