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Neustart Kultur: GEMA koordiniert Verteilung von Fördergeldern

Monika Grütters hat die nächste Stufe des Rettungsprogramms Neustart Kultur vorgestellt. So sollen 250 Millionen Euro in "investive Schutzmaßnahmen" in Kultureinrichtungen fließen. Die Verteilung der Fördergelder für Musikclubs und Festivals soll dabei die GEMA übernehmen.

16.07.2020 12:38 • von
Will kulturelle Einrichtungen fit machen für den Betrieb unter Pandemiebedingungen: Kulturstaatsministerin Monika Grütters (Bild: Christof Rieken)

Am 15. Juli 2020 stellte Kulturstaatsministerin Monika Grütters die nächste Stufe des Rettungsprogramms Neustart Kultur vor. Aus dem milliardenschweren Paket sollen demnach 250 Millionen Euro in "investive Schutzmaßnahmen" für Publikum und Beschäftigte in Kultureinrichtungen fließen, "deren regelmäßiger Betrieb nicht überwiegend von der öffentlichen Hand finanziert wird".

Dazu gehören unter anderem auch Musikclubs und Festivals. Mit diesen Geldern will der Bund zum Beispiel "Sicherungsmaßnahmen in Kassenbereichen" oder auch den "Umbau von Lüftungsanlagen oder Sanitärbereichen" fördern, wie es auf den Onlineseiten der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien heißt:

"Mit den Geldern für Corona-bedingte Umbaumaßnahmen wollen wir die kulturellen Einrichtungen wieder fit machen für den Betrieb unter Pandemiebedingungen", kommentierte Monika Grütters den Vorstoß. "Das sichert Arbeitsplätze und gibt uns allen eine Perspektive für eine Rückkehr des kulturellen Lebens." Mit "großen Schritten" wolle man "die Kulturlandschaft in Deutschland hin zu mehr Normalität führen".

Die Mittel aus dem Baustein "Pandemiebedingte Investitionen in Kultureinrichtungen zur Erhaltung und Stärkung der bundesweit bedeutenden Kulturlandschaft" sollen beantragt werden können, sobald der zweite Nachtragshaushalt 2020 in Kraft tritt, heißt es aus Berlin.

Die Verteilung der Fördergelder für Musikaufführungsstätten, Musikclubs und Festivals soll dabei die GEMA koordinieren und übernehmen. Ziel sei es, "dass Kultureinrichtungen auch in Zeiten der Krise ihren kulturellen Auftrag erfüllen können und ihren Beitrag als Ort der Begegnung und Teilhabe mit künstlerischen und kulturellen Mitteln leisten können", heißt es dazu bereits auf den Onlineseiten der Verwertungsgesellschaft. Antragsberechtigte sollen demnach "demnächst direkt über ein Portal der GEMA einen Förderantrag einreichen" können. Antragsformulare, Kontaktdaten und weitere Informationen sollen sich "in Kürze" dort finden.

"Mit der Übernahme dieser Aufgabe möchte die GEMA ihren Beitrag leisten, dass Kultureinrichtungen schnell in die Lage versetzt werden, ihren Betrieb weiterhin zu betreiben oder wieder aufzunehmen", heißt es bei der GEMA.

Die Förderrichtlinien (pdf) schlüsseln unter anderem auf, dass zum Beispiel der Einbau von Schutzscheiben oder Lüftungssystemen samt Filteranlagen unterstützt werden könne. Gefordert wird zudem zumeist ein Eigenanteil von mindestens zehn Prozent der Investitionssummen. Dann sollen Bundesmittel in Höhe zwischen 5000 Euro und 100.000 Euro pro Kultureinrichtung bewilligt werden können.

Unklar ist bislang noch die Verteilung der 250 Millionen Euro auf die einzelnen Bereiche. Schließlich sollen in diesem Paket neben Musikclubs und Festivals zum Beispiel auch Kinos, private Museen, Theater, Kulturzentren, Literaturhäuser und Kleinkünstbühnen, aber auch Zirkusse bedacht werden.

Text: Knut Schlinger