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Clubcommission will bessere Verteilung der Corona-Hilfe

Die Clubcommission Berlin weist Darstellungen zurück, dass Berliner Clubs durchschnittlich jeweils mehr als 80.000 Euro an Zuschüssen erhalten hätten. Das sei irreführend.

15.07.2020 14:51 • von Dietmar Schwenger
Fordert eine bessere Verteilung der Gelder: Pamela Schobeß vom Clubcommission-Vorstand (Bild: Clubkommission Berlin)

Die Clubcommission Berlin weist Darstellungen zurück, dass Berliner Clubs durchschnittlich jeweils mehr als 80.000 Euro an Zuschüssen erhalten hätten. Das sei irreführend, denn die Clubs stünden "weiterhin unter finanziellem Druck".

Auf Anfrage der Clubcommission habe die Senatsverwaltung für Kultur und Europa bestätigt, dass von den 38 Antragstellen des Soforthilfeprogramms IV mehr als die Hälfte der genannten Clubs eine Förderung von maximal 25.000 Euro erhalten haben, darunter bekannte Berliner Spielstätten wie Tresor, Sage Club oder Watergate.

"Der hohe Durchschnittswert kommt offenbar dadurch zustande, dass einige wenige dieser 38 Antragsteller*innen eine deutlich höhere Summe beantragt beziehungsweise erhalten haben", teilt die Clubkommission mit. "Zudem konnte die Soforthilfe IV nur von Betrieben mit mehr als zehn Mitarbeitenden beantragt werden. Viele kleine Clubs konnten bisher nur vom Soforthilfeprogramm II profitieren und haben lediglich eine Summe von maximal 15.000 Euro erhalten - zum Beispiel Gretchen Club oder Zur Klappe. Die Bedarfe der Clubs sind je nach Lage, Größe, Mietbedingungen und Liquiditätsreserven sehr unterschiedlich."

Die Clubcommission führt nun eine Befragung ihrer Mitglieder durch, um aktuelle Informationen über mögliche Liquiditätsengpässe und ausbleibende Soforthilfen zu erhalten, um mit den entsprechenden Senatsverwaltungen Lösungswege erarbeiten zu können.

Laut einer aktuellen Studie der Clubcommission gebe es in Berlin circa 140 Clubs sowie weitere 140 Club-Veranstaltungsagenturen mit ingesamt über 9000 Angestellten. Von den Auswirkungen der Pandemie auf die Clubs seien auch Bookingagenturen und Labels betroffen sowie die über 20.000 in Berlin lebenden Künstler und tausende Soloselbstständige wie Techniker, Grafiker und andere Berufsgruppen.