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Musikfonds steckt erste Millionen aus Neustart Kultur in Stipendienprogramm

Die Bundesregierung lässt nun ihre Rettungsmaßnahmen unter dem Motto Neustart Kultur anlaufen. Aus dem milliardenschweren Konjunkturprogramm sollen zunächst die sechs Bundeskulturfonds zusammen 50 Millionen Euro verteilen. Für den Musikbereich setzt dazu der Musikfonds ein Stipendienprogramm auf.

13.07.2020 16:17 • von
Kann über zusätzliche Mittel in Höhe von bis zu zehn Millionen Euro verfügen: der Musikfonds (Bild: musikfonds.de, Screenshot)

Die Bundesregierung lässt nun ihre Rettungsmaßnahmen unter dem Motto Neustart Kultur anlaufen, erste Mittel sollen beantragt werden können, ließ Monika Grütters als Staatsministerin für Kultur und Medien jüngst wissen: "Im Fokus stehen dabei vor allem Kultureinrichtungen", heißt es dazu auf den Onlineseiten der BKM. "Sie sollen in die Lage versetzt werden, ihre Häuser erneut zu öffnen und Programme wieder aufzunehmen, um Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen eine Erwerbs- und Zukunftsperspektive zu bieten."

Aus dem milliardenschweren Konjunkturprogramm für den Kultur- und Medienbereich sollen zunächst die sechs Bundeskulturfonds zusammen 50 Millionen Euro verteilen. Für den Musikbereich ist somit wie erwartet der Musikfonds mit an Bord, der 2016 eingerichtete Förderfonds für zeitgenössische Musik, dem derzeit jährlich zwei Millionen Euro aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zur Verfügung stehen.

Der Musikfons stellt nun ein Stipendienprogramm auf, das laut BKM "die Stabilisierung und Neuorientierung des aktuellen Musikschaffens" fördern soll, zum Beispiel durch die Unterstützung von "Recherchen, Kompositionsvorhaben oder die Entwicklung neuer künstlerischer Arbeiten". Dafür stehen dem Musikfond laut Angaben auf den eigenen Onlineseiten zusätzliche Mittel in Höhe von bis zu zehn Millionen Euro zur Verfügung.

Der Musikfonds lobt nun in einem ersten Schritt ein Stipendienprogramm aus, in das gut acht Millionen Euro fließen sollen. Die Stipendien sollen für einen Zeitraum von sechs Monaten und mit einem einmaligen Betrag von 6000 Euro ausgestattet sein und "professionellen, freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern der aktuellen Musikszene" die Möglichkeit eröffnen, neue Arbeitsvorhaben umzusetzen. Die Stipendien sollen dabei "herausragende künstlerische Leistungen" honorieren, die "zum Erhalt der musikalischen Vielfalt beitragen".

Die Antragsfrist soll vom 3. bis zum 16. August laufen, über die Vergabe der Stipendien will der Musikfonds dann "mithilfe einer unabhängigen Fachjury" entscheiden, "die sich aus Expertinnen und Experten unterschiedlicher Genres zusammensetzt".

Als Vorstandsvorsitzender des Musikfonds wertet Martin Maria Krüger die zusätzlichen Mittel als "eine wichtige Weichenstellung" und dankt Staatsministerin Monika Grütters für die Bereitstellung von Mitteln, die " es uns ermöglichen, der existenziellen Not von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Bereich der aktuellen Musik aller Sparten durch Stipendien für Soloselbstständige wirkungsvoll zu begegnen".

Text: Knut Schlinger