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Neues Konzept zur Öffnung von Clubs und Discos

Die Clubbetreiber Sascha Mijailovic und Sebastian Simon sowie Veranstalter und Talentmanager Johannes Strachwitz aus Stuttgart haben beim Sozialministerium und dem Landesgesundheitsamt von Baden-Württemberg ein neu entwickeltes Konzept "zur vorsichtigen Öffnung von Clubs und Diskotheken unter Sars-Cov-2-Pandemiebedingungen" eingereicht.

08.07.2020 16:05 • von Frank Medwedeff
Wollen mit ihrem Konzept den Restart der Club- und Diskothekenszene ermöglichen (von links): Sascha Mijailovic, Sebastian Simon und Johannes Strachwitz (Bild: Bella Christmann)

Ein neu entwickeltes Konzept "zur vorsichtigen Öffnung von Clubs und Diskotheken unter Sars-Cov-2-Pandemiebedingungen" liegt dem Sozialministerium Baden-Württemberg sowie dem Landesgesundheitsamt zur Prüfung vor. Eingereicht haben es die Stuttgarter Clubbetreiber Sascha Mijailovic (vom Kowalski) und Sebastian Simon (vom Club Lehmann) sowie der ebenfalls in der Landeshauptstadt tätige Veranstalter und Talentmanager Johannes Strachwitz (0711).

Das von ihnen ausgearbeitete Konzept zeigt eine Möglichkeit auf, wie Clubs und Diskotheken in einen eingeschränkten Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen einsteigen könnten - unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens und in Abstimmung mit den zuständigen Behörden, insbesondere mit den Gesundheitsämtern.

Das Konzept biete somit eine temporäre Lösung dafür, wie sich Clubbetriebe durch die Pandemie manövrieren können, bis es einen Impfstoff beziehungsweise wirksame Medikamente gegen das Sars-Cov-2-Virus gebe.

Ziel sei es, "in einen baldigen und konstruktiven Dialog mit den Behörden zu treten".

Sofern es das Infektionsgeschehen zulasse und eine Gästezahl für Clubs und Diskotheken von den zuständigen Behörden festgelegt werde, könnten diese nach Meinung von Strachwitz, Mijailovic und Simon unter folgenden Voraussetzungen öffnen:

1. Gäste können Clubs und Diskotheken besuchen, wenn sie vorher ein Ticket online über mit den Lokalitäten kooperierende Ticketanbieter erworben haben.

2. Für die Ticketanbieter gäbe es eine technische Lösung, welche die Gästezahlen reguliert und Sperrfunktionen aktiviert: Gäste können zunächst nur ein Ticket für einen Clubbesuch pro Wochenende erwerben. So werde ein Club-Hopping sowie "eine Durchmischung der Clubgänger" in der jeweiligen Stadt oder Region verhindert (das Abstandsgebot könne in Clubs und Diskotheken nicht eingehalten werden, deswegen werde auf das Bilden von festen Gästegruppen gesetzt).

3. Die Eintrittskarten sind personalisiert und werden vor Einlass in den jeweiligen Club mit den mitgeführten Ausweisdokumenten abgeglichen.

4. Die Kontaktdaten der Gäste werden von den Clubs und Diskotheken über ihre jeweiligen Ticketanbieter für einen gewissen Zeitraum gespeichert. Für den Fall, dass sich ein Infektionsfall auf den Besuch eines Clubs oder einer Diskothek zurückführen lasse, könne das zuständige Gesundheitsamt auf die gespeicherten Daten im System zurückgreifen und die Kontaktnachverfolgung einleiten.

5. Mit Hilfe der implementierten Sperrfunktionen können die Gäste, die ein Event mit Infektionsfall besucht haben, von den Ticketsystemen für die darauf folgenden zwei Wochenenden für sämtliche Club-Events "gesperrt" werden.

Sascha Mijailovic erklärt: "So, wie andere Branchen eine langfristige Perspektive brauchen, ist es höchste Zeit, die Club- und Diskothekenbranche in den Blick zu nehmen. Große Sorgen machen mir allerdings auch die zunehmenden illegalen Partys. Unser Konzept kann dieser besorgniserregenden Entwicklung entgegentreten."

Mitinitiator Sebastian Simon merkt an: "Mit diesem Konzept kann eine Win-Win-Win-Situation entstehen: Clubs und Diskotheken machen wieder Umsätze, diese generieren wiederum Steuereinnahmen für den Staat, Überbrückungshilfen und Kurzarbeitergelder könnten in dieser Branche deutlich heruntergefahren werden."

Und Johannes Strachwitz meint: "Deutschland hat sich international einen hervorragenden Ruf hinsichtlich seines Umgangs mit der Pandemie erarbeitet, und vielleicht ist es uns möglich, gemeinsam in dieser Tradition mit dieser Strategie eine innovative Vorreiterrolle einzunehmen. Zudem lässt sich das Konzept auch auf Einrichtungen der Hochkultur anwenden."