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Koelnmesse verlegt DMEXCO doch ganz in den virtuellen Raum

Eigentlich wollten die Veranstalter der DMEXCO am 23. und 24. September in Köln ein hybrides Messe- und Kongressformat aus physischer Präsenz und digitaler Verbreitung erproben. Nun aber trat man bei der Koelnmesse auf die Bremse: Auch die DMEXCO findet demnach 2020 rein digital statt.

07.07.2020 10:12 • von
Hat es mit der Koelnmesse nicht geschafft, die Unsicherheit der Kunden gegenüber geschäftlichen persönlichen Begegnungen im Herbst zu beseitigen: Gerald Böse (Bild: Koelnmesse)

Eigentlich wollten die Veranstalter der Digital Marketing Expo & Conference (DMEXCO) am 23. und 24. September in Köln ein hybrides Messe- und Kongressformat aus physischer Präsenz und digitaler Verbreitung erproben. Nun aber trat man bei der Koelnmesse auf die Bremse:

Auch die DMEXCO findet demnach 2020 rein digital statt: "Schweren Herzens müssen wir euch mitteilen, dass die physische DMEXCO auf dem Messegelände in Köln in diesem Jahr nicht stattfinden wird", teilten die Messemacher am 6. Juli unter anderem via Facebook mit. Neben der physischen DMEXCO seien auch vier weitere Veranstaltungen anderer Branchen, die bis Ende Oktober in Köln stattfinden sollten, von der Koelnmesse abgesagt worden."Wir lassen den Kopf jetzt aber nicht hängen. Ganz im Gegenteil: Unsere gesamte Energie fließt ab sofort in die DMEXCO @home."

Bei der Koelnmess verweist Messechef Gerald Böse zwar darauf, "umfassende Maßnahmenpakete zur Corona-konformen Durchführung unserer Fachmessen entwickelt" zu haben und "fest an die wichtige Rolle unserer Messen bei der Rückkehr in ein geregeltes Wirtschaftsumfeld" zu glauben. Allerdings räumt er ein: "Es ist uns aber leider nicht gelungen, die zurzeit verständliche tiefgreifende Unsicherheit unserer Kunden gegenüber geschäftlichen persönlichen Begegnungen im Herbst zu beseitigen."

Zwar hatten immer mal wieder Akteure aus der Branche, zum Beispiel von Sony Music oder Spotify, die Kölner Marketing- und Digitalwirtschaftsmesse als Plattform genutzt, doch die Auswirkungen dieser Absage auf die Musikwirtschaft bleiben zunächst doch eher indirekt.

So hatten die Veranstalter der c/o pop jüngst angekündigt, den Herbst mit einer digitalen Sonderausgabe, der sogenannten c/o pop xoxo, bespielen zu wollen, und auch das Pop-Kultur-Festival in Berlin setzt ganz auf den virtuellen Raum. In Hamburg hingegen arbeiten die Organisatoren des Reeperbahn Festivals weiter an einem hybriden Event mit Besuchern vor Ort und digitalen Komponenten. Das Reeperbahn Festival soll vom 16. bis 19. September steigen, also noch kurz vor der nun in den virtuellen Raum verschobenen DMEXCO.

Text: Knut Schlinger