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Jens Michow sieht Livebranche bei der Politik "hinten runter" fallen

Die vielzitierte Äußerung von Markus Söder, laut der man bis zur Öffnung von Clubs ja mit dem Partner zuhause tanzen könne, versteht BDKV-Präsident Jens Michow auch als symptomatischen Ausdruck einer bestimmten Haltung der Politik der Livebranche gegenüber.

03.07.2020 16:38 • von Dietmar Schwenger
Kritisiert, dass die Politik nicht mit der Livebranche spreche: BDKV-Präsident Jens Michow (Bild: Klaus Westermann)

Die vielzitierte Äußerung von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, laut der man bis zur Öffnung von Clubs ja mit dem Partner zuhause tanzen könne, versteht BDKV-Präsident Jens Michow in der Tageszeitung "FAZ" auch als symptomatischen Ausdruck einer bestimmten Einstellung der Politik der Livebranche gegenüber. "Das Statement von Herrn Söder passt leider in die offenbare - wenngleich nicht stets ganz so deutlich geäußerte - Haltung, die wir bei vielen Politikern zur Veranstaltungswirtschaft erkennen: Auch wenn die Aussage sich 'nur' auf Tanzlokale bezogen haben mag, macht sie doch deutlich, wie sehr der gesamte Bereich der Unterhaltung derzeit hinten runter fällt."

Die Branche habe "vollstes Verständnis für jede gebotene Maßnahme des Infektionsschutzes", so Michow weiter in der "FAZ". aber: "Es gibt für Veranstalter bisher keinen Neustart, obwohl Veranstaltungen heutzutage der wesentliche Motor des Kulturbetriebs sind. Von den Veranstaltungen seien alleine in der Musikbranche und den zugehörigen Gewerken mehr als 150.000 Menschen abhängig, wie Michow weiß.

Der BDKV-Präsident hält es für "nicht nachvollziehbar", dass Busse, Bahnen und auch Strände voll seien oder Groß-Demonstrationen stattfinden dürften, mit der Livebranche aber keiner spreche, wie und wann es bei "zumindest gleichbleibender Infektionsentwicklung bundesweit wieder Veranstaltungen ohne Abstandsgebote geben kann", so Michow in der "FAZ".