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VUT wird vierter Gesellschafter der GVL

Rund dreieinhalb Jahre nach den durch das neue VGG nötigen Anpassungen steigt nun der VUT als vierter Gesellschafter bei der Verwertungsgesellschaft ein.

01.07.2020 12:07 • von
Können bereits auf eine bewegte Geschichte zurückblicken (von links): Florian Drücke (BVMI), Guido Evers (GVL) und Jörg Heidemann (VUT) (Bild: GVL)

Rund dreieinhalb Jahre nach den durch das neue Verwertungsgesellschaftengesetz (VGG) nötigen Anpassungen des Gesellschaftsvertrags der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) steigt nun der Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT) als vierter Gesellschafter bei der Verwertungsgesellschaft ein. Bereits zuvor waren der Bundesverband Musikindustrie (BVMI), die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) und der Bundesverband Schauspiel (BFFS) an der GVL beteiligt.

Der VUT übernimmt nun Gesellschaftsanteile vom BVMI, die Anteile der DOV und des BFFS bleiben unverändert. Der Eintrag ins Handelsregister werde aktuell durchgeführt, heißt es aus berlin. Der Gesellschaftsvertrag der GVL soll "zeitnah entsprechend angepasst und um den VUT erweitert" werden.

Geschäftsführer Jörg Heidemann vertritt den VUT künftig in den Gesellschaftergremien der GVL.

"Wir freuen uns, mit dem VUT einen weiteren Gesellschafter an unserer Seite zu haben, der sich mit großer Leidenschaft für die Interessen seiner Mitglieder einsetzt und ihnen damit eine starke Stimme für die Wahrnehmung ihrer Rechte verleiht", kommentieren Guido Evers und Tilo Gerlach als Geschäftsführer der GVL die jüngste Entwicklung.

Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des BVMI, freut sich, "dass es nach vielen Gesprächen nun zur Unterzeichnung gekommen ist". BVMI und VUT würden die Interesen der Tonträgerhersteller innerhalb GVL nun gemeinsam im Blick haben: "Gerade in einem sich zunehmend ausdifferenzierenden Markt ist jede zusätzliche Perspektive auf die Rolle der kollektiven Rechtewahrnehmung herzlich willkommen." Jörg Heidemann zeigt sich derweil im Namen des VUT "gespannt auf unsere neue Rolle als Mitgesellschafter der GVL" und freut sich, "dass nun dadurch die unabhängigen Musikunternehmer*innen eine weitere Möglichkeit haben, in den GVL-Gremien mitzuwirken". Heidemann betont: "Als Verband, der schon seit Jahren auf Veränderungen pocht, möchten wir im Interesse unserer Mitglieder unseren Ehrgeiz, sowie durch unsere Mitarbeit bei IMPALA auch unsere internationale Expertise einbringen, um insbesondere an den Themen Transparenz und Verteilungsgerechtigkeit mitzuarbeiten."

Durch das neue VGG kam seit 2016 und 2017 neue Spannung in die Landschaft der Verwertungsgesellschaften. So hatte die GVL ihren Gesellschaftsvertrag sowie ihre organisatorische Struktur angepasst. Allerdings kritisierte der VUT Anfang 2017, dass die gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllt seien, und reichte eine Beschwerde beim Deutschen Patent- und Markenamt ein; 2019 folgten Klagen einzelner Labels. Inzwischen haben sich die Parteien aber ganz offenbar zusammengerauft, was sich zuletzt im Zuge der Corona-Krise in einem konzertierten Schulterschluss von zehn Organisationen der Musikwirtschaft, darunter BVMI und VUT sowie die GVL, zeigte.

Text: Knut Schlinger